Mittwoch, 2. Januar 2013

Monatsrückblick Dezember

Wie Ihr sicherlich bemerkt habt, habe ich seit Anfang Dezember keinen Wochenrückblick mehr geschrieben. Um den Rückblick besser auf werthaltige Themen verdichten zu können, stelle ich nun die Rückblicke auf Monatsrückblicke um. Ich hoffe, dass diese Sequenzen von Geschichten auch einfacher und unterhaltsamer zu lesen sind.

Zu wenig Schlaf
Seitdem unser Sohn die Ausbildung begonnen hat, schlafe ich chronisch zu wenig. Zum einen muss ich früh aufstehen (5 Uhr, damit ich unseren Sohn zum Flughafen / Ausbildung fahren kann, denn um diese Uhrzeit verkehren noch keine öffentlichen Verkehrsmittel); zum anderen ziehen sich die Abende durch fernsehen, quasseln, lesen oder bloggen in die Länge (11 bis 12  Uhr gehe ich normalerweise ins Bett). Dazu kommen die Wochenenden, an denen mich regelmäßig unsere Kleine gegen 7 Uhr aus dem Bett holt. Dazu kommt noch eine allgemeine Wintermüdigkeit, wenn die kürzesten Tage des Jahres mich in eine lang anhaltende Dunkelheit einlullen. Am 3. Dezember hatte ich lediglich drei Stunden geschlafen. Als ich soeben im Bett lag, wachte unsere Kleine auf, denn sie war erkältet und hatte Durst. Sie trank lange und ausgiebig Mineralwasser, dann musste sie auf Toilette, dann trank sie erneut und schlief erst gegen 1 Uhr wieder ein. Gegen 4 Uhr turnte sie wieder herum, hatte erneut Durst, trank Mineralwasser, turnte im Bett herum und schlief erst gegen 5 Uhr wieder ein, als ich ohnehin aufstehen musste. Dafür habe ich es nach langer, langer Zeit am Sonntag vor Silvester geschafft auszuschlafen. Gegen 9 Uhr wurde ich wach. Ich drehte mich unter meiner Bettdecke hin und her. Ich konnte es kaum fassen, dass ich so wach war, ohne weiter zu schlafen. Im Kinderzimmer war es ruhig, und erst eine viertel Stunde später trippelten die Schritte unserer Kleinen durchs Haus.

Kein Bilderklau
Beim Schreiben der Posts stoße ich an Grenzen, wenn ich Themen, die nicht aus unserer näheren Umgebung stammen, mit Bildern hinterlegen möchte. Beispielsweise setze ich mich nicht ins Auto, um einige Hundert Kilometer entfernt Fotos zu machen, um darüber anschließend etwas zu posten, weil ich zu diesem Thema eine Idee im Kopf habe. Daher habe ich zuletzt den legalen Bilderklau getestet, und zwar bei meinem Post über den Glockenturm in Ieper / Belgien. Auf der Internet-Seite des Fremdenverkehrsbüros www.toerisme-ieper.de hatte ich Fotos der Lakenhal entdeckt. Per e-Mail hatte ich daraufhin angefragt, ob ich die Fotos für meine Blog-Seite verwenden durfte, was das Fremdenverkehrsbüro dann bejahte. Nach der Veröffentlichung erhielt ich zusätzlich ein nettes Dankeschön, weil den Kollegen/-innen vom Fremdenverkehrsbüro der Bericht gefallen hatte. Diese Vorgehensweise werde ich sicherlich wiederholen, da ich speziell aus Belgien und Frankreich jede Menge Blog-Ideen habe. Die Vorgehensweise wäre natürlich auch auf deutsche Fremdenverkehrsämter übertragbar.

Musik-Blogs
Dem regelmäßigen Leser ist sicherlich aufgefallen, dass ich über all meine Lieblingsmusik nichts mehr gepostet habe. Der Auslöser hierfür war eine Abmahnung bei einer anderen Bloggerin über 7.979,80 €, worüber ich in meinem Wochenrückblick #40/41 berichtet hatte. Ein großer Teil der Urheberrechtsverletzungen waren hochgeladene Youtube-Videos. Bezogen auf meine eigenen Musik-Blogs, müsste ich jedes Mal bei Robert Plant & Co (Led Zeppelin), Ritchie Blackmore & Co (Deep Purple), David Gilmour & Co (Pink Floyd), Alan Parsons oder David Bowie um Zustimmung nachfragen, deren Musik in meinem Blog hochladen zu dürfen. Da nach meiner Einschätzung diese Wahrscheinlichkeit gegen Null geht, verzichte ich daher auf die Musik-Blogs. Ich bin lieber viel zu vorsichtig beim Umgang mit solchen Musik-Videos als dass ich mich mit Rechtsanwälten und solchen Schadensersatzforderungen herum schlagen muss. An anderen Themen, über die ich gerne schreibe, herrscht ohnehin kein Mangel. Zu Urheberrechtsverletzungen bin ich übrigens auf diesen interessanten Leitfaden der Landesanstalt für Medien NRW gestoßen.

Rückversetzung
Eine gefühlte Ewigkeit – das waren vielleicht zwei Stunden – brauchte ich mit unserer Kleinen, um die Rechen-Hausaufgaben zu machen. Sie flaxte nur herum, alberte, ihre Konzentration war weg, hinsetzen und weitermachen – nichts klappte. Zahlenreihen mussten fortgeführt werden. 2 .. 4 … 6 … 8 …; 2 … 6 … 5 … 9 … 8 …; 13 … 11 … 17 … 15 … 13 …. Manches klappte auf Anhieb, aber als der 50er-, 60er- oder 70er-Zahlenraum erreicht wurde, herrschte schiere Verzweiflung. Ich hatte Mühe, mich zu beherrschen, unsere Kleine nicht anzuschreien. Dieselbe Verzweiflung hatte meine Göttergattin schon mehrfach erlebt, teilweise nach Arbeiten und Weiterbildung und gegen Abend, als sich die Rechenaufgaben schier endlos in die Länge zogen. Schweren Herzens entschieden wir uns, unser kleines Mädchen eine Klasse in die erste Klasse zurückversetzen zu lassen. Unsere Kleine ist im April geboren und hat vielleicht wirklich einen Entwicklungsrückstand gegenüber den anderen Schülern. Dazu kam, dass sie in ihrer Klasse niemanden zum Spielen hatte. Ihre beste Freundin – das war die Tochter unserer durchgeknallten Lady – spielte mittlerweile nicht mehr mit ihr. Andere Klassenkameradinnen, die in Richtung Zentrum eng beisammen wohnten und sich kannten und zusammen spielten, waren zu weit entfernt. Rund zehn Freundinnen hatte sie zu ihrem Geburtstag eingeladen – doch sie war niemals von einem anderen Mädchen zu deren Geburtstag eingeladen worden. Wir wünschen ihr, dass sie nun in ihrer neuen Klasse besser klar kommt !

Behindertenwohnheim
Ihren 400 €-Job hat meine Gattin in einem Wohnheim für geistig Behinderte (putzen, waschen, aufräumen; es ist ein anderes Wohnheim als dasjenige, in dem mein Schwager wohnt). Dabei fiel ihr Dienstplan sogar so, dass sie an Heiligabend zwei Stunden arbeiten musste. Dies lag wiederum daran, dass durchaus Bewohner Heiligabend im Wohnheim gefeiert hatten. Genau genommen, waren es acht Bewohner. Die meisten Bewohner sind zwischen 40 und 50 Jahre alt. Und da häufen sich die Fälle, dass die Eltern entweder verstorben sind oder alt und gebrechlich sind, so dass sie keinen Eltern- oder auch Geschwister-Teil haben, mit denen sie Weihnachten feiern können. Das Wohnheim fungiert da als Ersatz-Eltern. Meine Frau hatte vormittags im Behindertenwohnheim gearbeitet. Diejenigen Betreuer, die bei der Bescherung dabei waren, berichteten nach den Weihnachtsfeiertagen über ganz viel Rührung, ganz viel Freude und auch die eine oder andere Träne bei den acht betroffenen Behinderten.

Müllerland
Unser Sohn hatte sich zu Weihnachten einen neuen Bürodrehstuhl gewünscht. Da unser Lieblings-Möbelhaus inzwischen an den Stadtrand von Köln gezogen ist und wir dorthin ein ganzes Stück zu fahren haben, entschlossen wir uns, Müllerland in Hennef aufzusuchen, zumal im Radio und in Zeitungen massive Werbekampagnen geschaltet werden. Eigentlich stimmte alles dort. Große Auswahl, diverse stark herabgesetzte Bürodrehstühle, bequemes Sitzgefühl, das Aufbauen klappte auf Anhieb. Aber die Warenausgabe. Der Weg führte in eine Tiefgarage hinab, dessen Gefälle an der Ein-/Ausfahrt bestimmt 25% betrug. Den Status der Warenausgabe konnte man dann an einem Fernsehbildschirm einsehen. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Das erinnerte mich an die Anzeigetafeln in Flughäfen zu An- und Abflügen. Flug-Nummer, Zielort, Abflug- oder Ankunftszeit geplant und tatsächlich. Bei Müllerland waren es Bestell-Nummer, Name und Status der Warenbereitstellung. Die lange Liste zeigte den Status „offen“ – und wir fanden auch unseren Namen neben dem Status „offen“ wieder. Daran sollte sich sehr lange Zeit nichts ändern. Geduldig fügten sich die Kunden in die Warteschlange ein, bis sogar zwei Mitarbeiter aufkreuzten und auf Rollwagen Pakete mit Möbelstücken heran karrten. In Freiburg war ich das anders gewöhnt. Als wir unser großes Mädchen bei ROLLER mit Regalen, Kommode und Schreibtisch ausstatteten, fielen uns quasi schon die Möbelstücke in dem Rollwagen auf die Füße, als wir die Warenausgabe betraten. Der Rest: Preis, Leistung, Aufbauen, das stimmte perfekt ! Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit unseren Bürodrehstuhl im Kofferraum verstauten, passte immerhin die Uhrzeit. Es war Samstag Nachmittag zehn nach fünf. Die Schlussminuten der ARD-Bundesligakonferenz sollte ich im Autoradio nicht verpassen.

Knoten im Hals
Das sei sowieso alles nur Routine und so schnell, wie mein geistig behinderter Schwager rein gekommen sei, wäre er wieder zur Türe hinaus, flapste die HNO-Ärztin. Alles sei total „easy“, Routine, Kontrolle, ein flüchtiger Blick drauf und ab nach Hause. Im August hatte sie festgestellt, dass er an der Lymphdrüse einen Knoten hatte, der fünf Millimeter groß war. Die Tendenz, sich an einer solchen Stelle zu vergrößern, ging ohnehin gegen Null, meinte sie. Doch irren ist menschlich. Der Knoten war auf sieben Millimeter angewachsen. Das ist noch keine bedrohliche Größenordnung, doch wir befürchten, dass nach der Augenoperation die nächste medizinische „Baustelle“ kommen könnte.

Nicht nachhaltig
Mit meiner besseren Hälfte streite ich regelmäßig herum, welchen Nutzen all diese Wochenzeitungen und die Reklame hat, die unseren Briefkasten verstopfen. Bei mir liegt der Anteil nur knapp unter 100%, der ungelesen ins Altpapier wandert. Bei meiner Göttergattin ist dieses Verhältnis etwas günstiger, erreicht aber bestimmt einen Anteil von 70-80%. Da konnte zuletzt unsere Tageszeitung – ein Anhängsel des Kölner Stadt-Anzeigers – einen draufsetzen. Sie wollte mir ein Probe-Abonnement für sagenhafte 5 € im Monat anbieten. Bei näherem Hinsehen war dies tatsächlich ein Super-Angebot. Eine Einzelausgabe kostet 1,60 €, so dass der Preisnachlass pro Monat rund 85% beträgt (das ist einzigartig !). Das Problem ist nur: das Zeitkontingent zum Lesen ist begrenzt. Rund 3-4 mal pro Monat lese ich eine Tageszeitung. Der Rest sind Bücher, Wochenzeitungen oder ausländische Zeitungen. Um dieses Angebot auszunutzen, müsste ich auf Bücher, den SPIEGEL oder den Nouvel Observateur verzichten. Und dies will ich wiederum nicht, da ich Wissen miteinander vernetzt möchte, wozu ich unterschiedliche Arten der Informationsaufbereitung benötige. Wissen aus Tageszeitungen ist hilfreich, aber singulär und in bezug auf größere Zusammenhänge kontraproduktiv. Wenn ich auf dieses Probe-Abonnement von 5 € pro Monat eingegangen wäre, hätte diese Tageszeitung denselben Stellenwert wie die Wochenzeitungen und die Reklame erhalten, die unseren Briefkasten verstopfen. Vielleicht 5% hätte ich gelesen, der Rest wäre ungelesen im Altpapier gelandet. Dazu sind mir Holz und Wald und Bäume zu schade. Selbst wenn diese nicht bei uns abgeholzt werden, sondern irgendwo in Sibirien, in der Taiga oder in Kanada.

Neuer Islamistenangriff
Nach dem Bombenanschlag im Bonner Hauptbahnhof kam erneut ein Rückfall ins tiefste Mittelalter. Islamisten. begegneten am Heiligabend in Bonn-Endenich einem Indern, den sie vom Buddhismus zum Islam bekehren wollten. Als der dies ignorierte, versuchten sie, ihm die Zunge abzuschneiden. Er wehrte sich, sie flohen vom Tatort, Passanten entdeckten den Inder, der aus dem Mund blutete. Er wurde in einem Krankenhaus behandelt und war rasch außer Lebensgefahr. Heute haben nun Mediziner angezweifelt, dass die Islamisten die Tat begangen haben, da der Schnitt so weit hinten im Zungenbereich geschehen ist, dass sie mit einem Messer gar nicht dorthin gekommen wären. So oder so: der Zustand stimmt mich bedenklich, in dem sich unser Land befindet. Ein Akt der Selbstverstümmelung ? Eine Verletzung ohne Einwirkung von Dritten kann ich mir nicht vorstellen. Oder ein anders gearteter Akt roher Gewalt von Islamisten ? So wie bei dem Bombenanschlag, beruhigen mich die Ergebnisse der Ermittlungen wenig. Droht ein offener Bürgerkrieg der Religionen ? 

Kommentare:

  1. Ich fühle so sehr mit euch und eurer Kleinen und kann mir denken, dass ihr euch viele Sorgen macht. Aber denkt immer daran, dass es für JEDEN Menschen Normvarianten gibt. Nur unsere Gesellschaft tütet eben gerne ein. Für 80% aller ist das ja auch ok, aber 20% sind auch nicht gerade wenige. Gebt und gönnt ihr die Zeit, die sie braucht - was ist schon ein Jahr in der Kindheit in einem über 80jährigen langen Leben, das sie wohl haben wird.

    Herzliche Grüße! N.

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  2. Mit dem Schlaf kenne ich, aber solange ich am Tag während der Arbeit nicht einschlafe und mich noch konzentrieren kann, kann ich damit gut umgehen.

    Traurig finde ich es mit eurer Lütten, so drücke ich auch die Daumen das sie wieder Anschluss und eine Freundin finden wird.

    herzliche Grüssle
    Nova

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  3. Lieber Dieter,

    dir und deinen Lieben ein frohes und gesundes neues Jahr und weiterhin so tolle Ideen für die Gestaltung deines Blogs. Ich freue mich auf weitere Recherchen von dir, sei es im direkten Umfeld oder, wenn du in die Ferne schweifst.

    Ich finde es prima, dass du für Bilder, die du benötigst, einfach anfragst und ich bin mir sicher, du wirst auf positive Resonanz stoßen.

    Oh ja, wenn man solche Verpflichtungen mit den Kids hat, dann kostet das Schlaf, denk aber auch ein wenig an dich.
    Ich hoffe, dass sich eure kleine Tochter in der neuen Klasse jetzt wohlfühlen wird und sie neue Freundschaften knüpfen kann.
    Das Büffeln mit den eigenen Kindern klappt meistens nicht. Wenn sie wirklich sehr große Schwierigkeiten in der Schule hat, bringt es oft mehr, dass eine außenstehende Person sich etwas mit ihr beschäftigt. Als Eltern erziehen wir den ganzen Tag an den Kindern herum, sie lassen sich dann nicht unbedingt gerne etwas sagen, was Dinge anbetrifft, die außerhalb des häusliches Bereiches liegen, hier Schule.
    Dies ist eine Erfahrung, die ich schon ganz oft gemacht habe.

    Liebe Grüße
    Christa

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  4. Lieber Dieter!

    Herzlichen Dank für deinen Besuch auf meinem alten "Wunderlandblog".
    ...von deinem neuen Blog hier wusste ich tatsächlich noch nicht.

    Deinen Monatsrückblick finde ich super.
    Beim Thema Schlaf musste ich schmunzeln,sieht es doch bei mir sehr ähnlich aus ;-)

    Viele liebe Grüße,
    Adeline

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  5. Hallo Dieter,

    Bei Musikvideos, die du auf YT findest und in deinen Blog einbettest (wenn der Einbettcode freigeschaltet ist), brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Die darfst du verwenden. Hier hat YouTube bereits die Rechtmäßigkeit überprüft, bzw. bei Copyright Verletztung sind die als Verbreiter in der Verantwortung und haftbar, nicht du als User.

    Haftbar bist nur du, wenn du selbst Musiktitel (mp3) irgendwo auf öffentliche Plattformen oder eigenen Webspace hochlädst und dann über deinen Blog veröffentlichst und verbreitest. Auch darfst du nicht selbst gedrehte Videos mit Musik unterlegen und auf deinem Blog veröffentlichen, wenn du die Musik nicht selbst komponiert hast. Das gilt auch für Musikstücke, die du nicht selbst komponiert hast, aber selbst auf einem Instrument spielst oder singst.
    Dann riskierst du Abmahnungen und Schadenersatzforderungen von Seiten der Musikindustrie.

    VG Hans

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