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Samstag, 1. Juni 2013

archäologischer Park Xanten

Nicht nur Köln und Bonn waren im Rheinland Römerstädte, sondern auch Neuss und weiter nördlich Xanten. Die heutige Stadt Xanten liegt am Niederrhein rund einen Kilometer entfernt von der früheren Römerstadt „Colonia Ulpia Trajana“, so dass das Gelände der Römerstadt freigelegt werden konnte. Dort findet sich heute der „archäologische Park Xanten“. Teile der Römerstadt „Colonia Ulpia Trajana“ sind neu aufgebaut worden.



Die Übersichtstafel vermittelt, wie riesig die frühere Römerstadt war.


  
So haben die Wohnräume ausgesehen.


In den Wirtschaftsräumen ist ein Restaurant mit einer römischen Speisekarte eingerichtet.



Der Vorraum ist gespickt mit Zitaten von Seneca, Cicero und Plinius.

  
Das Amphitheater ist wie die übrigen Gebäude nachgebaut worden.


So hat eine römische Wasserleitung ausgesehen.


Linkerhand von den römischen Spielen ist ein Abwasserkanal zu sehen.

 

Eine Kornmühle …


… und ein Backofen …


Ein Stadttor mit einem Teil der Stadtmauer …



Der fulminante Hafentempel steht mit unvollendeten Säulen.


Das Gelände war so riesig, dass wir die Stadt Xanten mit dem Dom gar nicht mehr geschafft haben.

Samstag, 13. April 2013

Claudius Tiberius Germanicus

Frittenbuden habe ich seit eh und je als Orte der multikulturellen Integration betrachtet. Leckeres Essen geht durch den Magen und vereinigt die Völker. Die Assimilierung fremder Kulturen geschieht dort einfach, unvoreingenommen, von Gesicht zu Gesicht, auf kurzem Wege. Ich habe nicht schlecht gestaunt, dass ich in einer griechischen Imbissstube in unserem Ort auf die Spuren der Römer geführt worden bin.


Das ist die Imbissstube von außen.


Über der Tischgruppe hängt das Gemälde, das auf die Spuren der Römer führt.


Die griechischen Inhaber des Imbisses wollten eigentlich ein Gemälde mit Bezug zur griechischen Geschichte kaufen. Sie wurden aber nicht fündig, daher kauften sie im Baumarkt (bei OBI !!!) ein Gemälde mit einem römischen Kaiser.


Mit Claudius Tiberius Germanicus (geboren 10 v. Chr, gestorben 54 n. Chr) haben sie eine hoch interessante Persönlichkeit ausgewählt. Er war Sohn der römischen Kaisers Nero Claudius Drusus. Als Jugendlicher litt Claudius unter Lähmungen, seine Bewegungen waren gestört, sein Kopf zitterte, er stotterte, er war kaum zu einem flüssigen Redefluss fähig. Wegen der körperlichen Gebrechen wurde er als Nachfolger des Kaisers ausgeschlossen.


Er zeigte aber Interesse an Geisteswissenschaften und schrieb eigene Studien in Geschichte und Philosophie. Als Nero Claudius Drusus starb, wurde sein Bruder Caligula der neue römische Kaiser. Caligula ernannte Claudius aus machtpolitischen Gründen zum Mitkonsul, da ein schwacher Mitkonsul in sein Machtkonzept passte.


Vier Jahre später wurde Caligula ermordet. Man vermutete den Mörder im engsten Familienkreis, so dass aus Rache ein großer Teil der Verwandtschaft ermordet wurde. Claudius erfasste die dramatische Situation nach dem Mord an seinen Onkel richtig und versteckte sich im Kaiserpalast. Nach dem Gemetzel an seine Verwandten wurde er zum Kaiser ernannt. Sein körperlicher Zustand hatte sich im Lauf der Jahre gebessert.Er wurde ein umsichtiger und erfolgreicher Feldherr. Seine Eroberungen führten vor allem nach Großbritannien, wo viele Münzen mit seinem Kopf gefunden worden sind. In Deutschland hat er ebenso Gebiete erobert: in seine Zeit fallen Eroberungen in Bayern bis zur Grenze der Donau.


Die griechischen Inhaber des Imbisses hatten sich dieses Gemälde aus deswegen ausgewählt, weil die Akropolis darauf zu sehen war. Eine besondere Beziehung von Claudius zu Athen habe ich nicht recherchieren können. Wahrscheinlich hat die Phantasie des Malers die Akropolis hinzugefügt.