Samstag, 13. April 2013

Claudius Tiberius Germanicus

Frittenbuden habe ich seit eh und je als Orte der multikulturellen Integration betrachtet. Leckeres Essen geht durch den Magen und vereinigt die Völker. Die Assimilierung fremder Kulturen geschieht dort einfach, unvoreingenommen, von Gesicht zu Gesicht, auf kurzem Wege. Ich habe nicht schlecht gestaunt, dass ich in einer griechischen Imbissstube in unserem Ort auf die Spuren der Römer geführt worden bin.


Das ist die Imbissstube von außen.


Über der Tischgruppe hängt das Gemälde, das auf die Spuren der Römer führt.


Die griechischen Inhaber des Imbisses wollten eigentlich ein Gemälde mit Bezug zur griechischen Geschichte kaufen. Sie wurden aber nicht fündig, daher kauften sie im Baumarkt (bei OBI !!!) ein Gemälde mit einem römischen Kaiser.


Mit Claudius Tiberius Germanicus (geboren 10 v. Chr, gestorben 54 n. Chr) haben sie eine hoch interessante Persönlichkeit ausgewählt. Er war Sohn der römischen Kaisers Nero Claudius Drusus. Als Jugendlicher litt Claudius unter Lähmungen, seine Bewegungen waren gestört, sein Kopf zitterte, er stotterte, er war kaum zu einem flüssigen Redefluss fähig. Wegen der körperlichen Gebrechen wurde er als Nachfolger des Kaisers ausgeschlossen.


Er zeigte aber Interesse an Geisteswissenschaften und schrieb eigene Studien in Geschichte und Philosophie. Als Nero Claudius Drusus starb, wurde sein Bruder Caligula der neue römische Kaiser. Caligula ernannte Claudius aus machtpolitischen Gründen zum Mitkonsul, da ein schwacher Mitkonsul in sein Machtkonzept passte.


Vier Jahre später wurde Caligula ermordet. Man vermutete den Mörder im engsten Familienkreis, so dass aus Rache ein großer Teil der Verwandtschaft ermordet wurde. Claudius erfasste die dramatische Situation nach dem Mord an seinen Onkel richtig und versteckte sich im Kaiserpalast. Nach dem Gemetzel an seine Verwandten wurde er zum Kaiser ernannt. Sein körperlicher Zustand hatte sich im Lauf der Jahre gebessert.Er wurde ein umsichtiger und erfolgreicher Feldherr. Seine Eroberungen führten vor allem nach Großbritannien, wo viele Münzen mit seinem Kopf gefunden worden sind. In Deutschland hat er ebenso Gebiete erobert: in seine Zeit fallen Eroberungen in Bayern bis zur Grenze der Donau.


Die griechischen Inhaber des Imbisses hatten sich dieses Gemälde aus deswegen ausgewählt, weil die Akropolis darauf zu sehen war. Eine besondere Beziehung von Claudius zu Athen habe ich nicht recherchieren können. Wahrscheinlich hat die Phantasie des Malers die Akropolis hinzugefügt.

Kommentare:

  1. Einen wunderschönen guten Morgen, lieber Dieter!
    Schön, auch so kann Völkerverständigung funktionieren! Vielen herzlichen Dank, das Du uns mit genommen hast auf diese kleine Reise durch die Welt!
    Ich wünsche Dir einen sonnigen Sonntag!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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  2. Da kann man mal wieder sehen mit welchem Auge du dir selbst die Bilder in Restaurants anschaust^^ (positiv gemeint) Mir wäre wahrscheinlich auch "nur" die Akropolis aufgefallen und dann der Blick auf die Speisekarte gefallen^^


    Die Geschichte von Claudius fand ich nämlich auch sehr interessant. Kommt aber daher dass ich schon früh ein Buch gelesen habe: "Ich Claudius, Kaiser und Gott" von Roberto Ranke Graves (Ausgabe von 1955) d.h. ich habe es schon mehrfach gelsen, so klasse geschrieben finde ich die Lebensgeschichte, in der Ich-Form geschrieben, lebendig und ich konnte mich richtig in ihn und seine Gebrechen hineinversetzen.

    Eine Erinnerung das Buch mal wieder hervorzuholen und zu lesen^^

    Dir und deiner Familie einen schönen Sonntag und liebe Grüssle
    Nova

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  3. Herlich Dieter wie Du das Bild beschreibst mit den geschichtlichen Hintergründen. Wer weiss schon was der Maler sich dabei gedacht hat...
    Ja zum Griechen gehe ich auch gerne, ich mag überhaupt internationale Gerichte.

    Liebe Sonntagsgrüße
    Angelika

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  4. Hallo Dieter,

    ich kenne zwar dieses Baumarktbild nicht, aber in Rom standen ja auch Tempel auf dem heutigen Forum Romanum, deshalb vermute ich mal, weil er auch auf einem Podest steht, dass es sich um einen römischen Tempel handelt und so zu CTG passt.

    da sieht man mal wieder, was man in einem unscheingarer grill alles entdecken kann.

    Liebe Frühlingsgrüße schickt dir
    Arti

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  5. Hallo dieter,
    das war wieder eine tolle Auffrischung
    der römishen Geschichte. Aber die Römer
    haben ja am Rhein ihre Spuren hunterlassen.
    Einen schönen Sonntagabend wünscht
    Irmi

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  6. Zuerst musste ich bei der Beschreibung lachen, skurril und doch so interessant.
    Das ist toll, was für Inspirationen Du aus einem Pommes-Buden-Besuch mitbringst :-D.

    Liebe Grüße

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  7. Marcel

    Lachen musste ich definitiv :)

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