Sonntag, 19. Mai 2013

Lesezeichen zur Erinnerung an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

Über dieses Denkmal hatte unsere Tageszeitung berichtet. Die Einweihung war ein wichtiges Ereignis, um an die düstere Epoche unserer deutschen Vergangenheit zu erinnern. Da ich periodisch auf der Suche bin nach meiner eigenen Beziehung zu dieser düsteren deutschen Seite, wollte ich mir dieses wichtige Denkmal nicht entgehen lassen. Ein sensibles Kulturgut wie Bücher zu verbrennen, liegt jenseits meines Vorstellungsvermögens. Ich halte dies für einen Akt der Barbarei sondergleichen. Der Ort der Erinnerung ist nichts protziges, pompöses, was man sich üblicherweise unter einem Denkmal vorstellt. Eine quadratisches Lesezeichen ist zwischen die Pflastersteine eingelassen. Harmonisch fügen sich die Buchrücken von den Autoren, deren Bücher verbrannt worden sind, in die gepflasterte Fläche ein.


Die Gedenktafel des Lesezeichens liegt in Reichweite der Rathaustreppe.




Das Lesezeichen enthält eine Liste aller verbrannten Bücher.


Die meisten Autoren waren Juden.


Die Bücher von Regime-kritischen Autoren wurden genauso verbrannt.


Hemingway oder André Gide, das kommt mir schon willkürlich vor, wie die Nazis selektiert haben.

Kommentare:

  1. Dieter, ich habe das heikle Thema nicht aufgegriffen, obwohl in unserer Familie viel darüber gesprochen wurde. Ich habe ein Buch: "Die verbrannten Dichterinnen" in dem die Lebensgeschichten der emigrierten Dichterinnen aufgeführt sind. Die meisten trafen sich in den USA. Einige kamen zurück - sogar nach Deutschland.
    Kästner, Hesse, Brecht! Das Sschlimme an der ganzen Sache ist, dass es nicht nur die Nazis waren, die sich bei der Bücherverbrennung hervortaten - nein es waren auch Professoren der Unis beteiligt - und Studenten. Es ist eines
    der traurigen Kapitel, die nicht vergessen werden dürfen.
    Liebe Grüße schickt dir
    Irmi

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  2. Leider hat die Propagandamaschine überall zugeschlagen und die Leute verblendet. Im KStA gibt es ja eine Serie, die weder Kirche, Karneval, Sport uva. in der damaligen Zeit gut aussehen lässt.
    Leider habe ich besagtes Buch von Hemingway noch nicht gelesen um mir da den Grund vorstellen zu können. Aber meine Oma sagte immer bezüglich der damaligen Zeit:"Man kann nicht nur am Körper krank sein, sondern auch im Kopf, da helfen keine Tabletten."

    Ich freue mich immer, dass wir diese Zeiten nicht erleben mussten.

    Habe noch einen schönen Pfingstmontag!
    Arti

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  3. Wirklich ein Thema das nicht in Vergessenheit geraten soll, so finde ich es auch furchtbar was gemacht wurde. Können sich aber wahrscheinlich auch nur Menschen vorstellen die eine Beziehung zu Büchern haben. Das Gefühl solch ein Buch in den Händen zu halten....ich finde es schön, und freue mich auch immer wenn so alte Bücher erhalten sind und bleiben. Sind doch wahrliche Zeitzeugen^^

    Ich persönlich fände es allerdings noch schön wenn sie dort aus Bronze noch ein von weitem sichtbares "Denkmal" mit dazugemacht hätten. In Form eines Buches und vielleicht noch mit keinen Flammen (kommt wieder meine künstlerische Ader raus)...Schon alleine um die Menschheit sichtbar (also auch von der Ferne) darauf aufmerksam zu machen. So kann man es ja wirklich nur sehen wenn man direkt davor ist.


    Noch einen schönen Pfingstmontag und herzliche Grüsse

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  4. Ich muss sagen ... ich bin schon so oft dort vorbei gelaufen, aber diese in den Boden gelassenen Tafeln sind mir noch nie aufgefallen.
    Meines Erachtens bekommen sie dort am Boden nicht die nötige Aufmerksamkeit.

    LG Frauke

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  5. Es sprengt auch mein Vorstellungsvermögen, wie man Bücher verbrennen kann, aber es ist ja leider nicht nur in der deutschen Geschichte der Fall. Bücher fördern Denken und öffnen die Augen und Blindheit und Gedankenlosigkeit wird von vielen Regimen sehr geschätzt.

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  6. It's good to remember painful episodes in history so as not to lose the Memory.
    Thank you very much for your interesting comment in Spanish on my blog. :)

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