Montag, 19. November 2012

Wochenrückblick #46


Den Wochenverlauf kann man nur mit einem ordinären Wort beschreiben: SCH …… Oder: es kann nur noch aufwärts gehen, weil es schlimmer nicht kommen kann.

Sonntag Abend der Vorwoche
Meine Göttergattin fragte mich, ob es nicht irgendwo einen freien Job im Management in der Organisation gibt. Was sie alles koordinieren muss: Weiterbildung, 400 €-Job, Haushalt, Kochen, Waschen, Putzen und vieles mehr. Besonders stolz ist sie auf die Koordination der Arzttermine. Der Termin beim Frauenarzt schließt sich Dienstags nahtlos an die Fortbildung an. Die Termine beim Betriebsarzt und beim Gesundheitsamt, die für den 400 €-Job benötigt werden, finden gerade ein paar hundert Meter entfernt von der Fortbildungsmaßnahme statt. Als Organisations-Manager, dazu fühlt sich meine Göttergattin berufen !

Montag Abend
In der ersten Pause war unser kleines Mädchen mit dem Ellbogen auf den Boden des Schulhofes gestürzt. Nach dem Abendessen klagte unser kleines Mädchen dann über Schmerzen am Ellenbogen. Kurz überlegten wir, dann fuhr meine Frau in die 10 Kilometer entfernte Notfallpraxis. Da kein Röntgengerät vorhanden war, konnte sich der Kinderarzt kein Bild machen und verwies unsere kleine Patientin in die gegenüberliegende Kinderklinik. Dort hieß es „warten“, bis beim Röntgen festgestellt wurde, dass nichts gebrochen war, sondern der Ellbogen lediglich verstaucht war. Unsere Kleine bekam einen dicken Verband. Gegen halb elf waren Frau mit Kind zu Hause, wobei unser Mädchen im Auto eingeschlafen war.

Dienstag Morgen
Irgendwie schafften wir es, unser Mädchen trotz der kurzen Nacht morgens wach zu bekommen. Sie rieb sich zwar mächtig die Augen, doch gegen sieben Uhr schaffte sie es, sich anzuziehen. Mit dem dicken Verband um den Ellbogen ging es zur Schule. Ich begleitete unser Mädchen, damit ich der Klassenlehrerin unsere Situation erklären konnte: dass unser Mädchen wegen der Aktion zur Notfallpraxis ihre Hausaufgaben nicht vollständig geschafft hatte und dass sie bis Ende der Woche nicht am Sportunterricht teilnehmen durfte.

Dienstag Abend
Vormittags lief noch alles reibungslos, d.h. unser Mädchen besuchte die Schule und meine Göttegattin nahm an der Fortbildungsmaßnahme teil. Nachmittags stieg sachte die Körpertemperatur unseres Mädchens an, so dass sie am späten Nachmittag 38 Grad Fieber hatte. Dies nahm meine Frau mit Gelassenheit, denn dann würde sie am nächsten Morgen mit unserem Mädchen zum Kinderarzt gehen, der unser Mädchen mitsamt meiner Frau krank schreiben würde (für die Fortbildung war sie somit entschuldigt). Diese Gelassenheit änderte sich gegen 18 Uhr, als unser Essen auf dem Herd vor sich her bruzzelte und uns ein Telefonanruf aus der Kurve schmiss. Es war das Wohnheim meines geistig behinderten Schwagers. Bereits vor vierzehn Tagen hatte er mit einem Betreuer den Augenarzt aufgesucht, da er beim Sehen schwarze Punkte sah. Der Augenarzt konnte nichts auffälliges erkennen und meinte, die Brille sei zerkratzt und er solle sie vernünftig reinigen (sie war auch zerkratzt und schmutzig). Heute war mein Schwager erneut mitsamt Betreuer beim Augenarzt, da die dunklen Punkte nicht verschwunden waren. Diesmal diagnostizierte der Augenarzt eine Netzhautablösung, die sofort behandelt werden müsste. Anderenfalls drohe eine Erblindung. Die ärztlichen Befunde und die Überweisung in die Augenklinik sollten am nächsten Morgen direkt um acht Uhr beim Augenarzt abgeholt werden.

Mittwoch
Parallel waren um acht Uhr morgens Schwiegervater mit Schwager beim Augenarzt und Frau mit Kind beim Kinderarzt. Die Fortbildungsmaßnahme fiel aus, die Temperatur unseres Mädchens war unverändert hoch und sie bekam einen Fiebersaft verschrieben. Schwiegervater mit Schwager fuhren zur Augenklinik, in der jede Menge weitere Untersuchungen folgten. Der Termin für die Augenoperation wurde auf Freitag 10 Uhr festgelegt.

Donnerstag
Unglaublich: ein halbwegs normaler Tag; Frau mit Kind waren zu Hause (die Fortbildungsmaßnahme fiel aus), das Fieber ging bei unserem Mädchen zurück, mein Schwager war (noch) im Behindertenwohnheim und wartete auf die Augenoperation. Achja, noch eine Unannehmlichkeit, die eher Kleinkram gegenüber anderen Ereignissen darstellte: Vorderlicht und Schaltung waren an meinem Trekking-Rad defekt. Unser Fahrradladen gönnt sich um diese Jahreszeit zehn Tage Auszeit (der Fahrradladen ist geschlossen), so dass ich bis Ende dieser Woche öffentliche Verkehrsmittel benutzen darf (ist eh unattraktiv, im Dunkeln ins Büro hin und nach Hause zu fahren).

Freitag
Ich arbeitete von zu Hause aus, da absehbar war, dass die Rahmenbedingungen die Grenzen des Organisierens sprengten. Das Problem des „Homeworking“ ist, dass  a) dies mit dem Chef abgestimmt sein muss  b) keine Präsenztermine wahrzunehmen sind  und c) dies eher auf Ausnahmen beschränkt sein sollte. Meine Frau arbeitete morgens in ihrem 400 €-Job, nachmittags schaffte sie es nach drei Fehltagen wieder zu ihrer Fortbildungsmaßnahme. Das Fieber war zwar bei unserem Mädchen verschwunden, anstatt dessen verstopfte Schleim die Atemwege. Daher suche ich um 8 Uhr den Kinderarzt auf. Gegen halb 10 kam ich mit ihr zurück. Die Kinderärztin hatte einen Saft zur Lösung des Schleims verschrieben und den Verband um den Ellbogen entfernt. Kurz danach, um 10 Uhr wurde mein Schwager operiert. Gegen 12 Uhr erschien kurz meine Frau zu Hause, sie trank einen Kaffee, aß ein Brötchen, danach fuhr sie zu ihrer Fortbildungsmaßnahme weiter. Unserer Kleinen kochte ich eine Dose Eierravioli, ich selbst aß einen Rest Nudelsalat mit einer Grillwurst. Nachmittags zerrte unsere Kleine immer wieder an mir herum, dass sie mich anmalen wollte, den Bildschirm meines Laptops bemalen wollte oder ganz einfach „Memory“ mit mir spielen wollte. Kurzum, ein geregeltes Arbeiten als „Homeworking“ war nur stark eingeschränkt möglich. Gegen 16.30 Uhr kehrte meine Frau nach Hause zurück. Nach dem Abendessen gegen 19 Uhr besuchten wir unseren Schwager, der die Augenoperation bestanden hatte und am frühen Nachmittag aus der Narkose erwacht war.

Samstag
Da ich mir des strammen Pensums bewusst war, was zu erledigen war, wollte ich in aller Frühe mit dem Einkauf von Getränken beginnen. Ich ließ den Wagen an, der Anlasser lief und lief und lief … aber zündete nicht. Ich probierte mehrfach, aber es tat sich nichts. Von einem übermäßigen Anlassen hatte ich abgesehen, da irgendwann die Batterie leer sein würde. Kurz nach 9 Uhr erreichten wir jemanden in unserer KFZ-Werkstatt. Gegen 10.30 Uhr erschien der Junior-Meister der KFZ-Werkstatt. Er wollte den Zündvorgang mit einem Fremdstartkabel einleiten, doch ich klärte ihn auf, dass die Batterie erst anderthalb Jahre alt war und der Anlasser erst im letzten Winter erneuert worden war. Der Junior-Meister öffnete die Motorhaube, hantierte an den Zündkerzen, ließ mich etliche Male anlassen, doch wieder herrschte Funkstille. Es half nichts, unser Wagen mit den 207.000 Kilometern auf dem Buckel musste abgeschleppt werden. Repariert wurde der Wagen erst heute (Erneuerung der Zündspule). Der Meister der KFZ-Werkstatt fragte uns am Samstag, ob die Reparatur bis Montag dauern könnte. Ich verneinte, wobei ich mir der Ohnmacht bewusst war, dass die Werkstatt nicht wegen uns alles stehen und liegen lassen konnte. Ich versuchte, den besonderen Umständen mit dem Krankenhausbesuch meines Schwagers Nachdruck zu verleihen. Daraufhin zeigte sich die Werkstatt sehr kundenfreundlich und stellte uns bis zur Reparatur einen Leihwagen aus dem KFZ-Pool des Autohauses zur Verfügung. Was der Leihwagen kosten würde, fragte ich nach. Wir sollten der Wagen bei der Rückgabe halbvoll tanken (bei der Übergabe war der Tank knapp über der roten Anzeige). Abends besuchten wir dann mit dem Leihwagen unseren Schwager im Krankenhaus.

Sonntag
Den Sonntag genossen wir, dass sich nichts ereignete. Spät aufstehen, lange frühstücken, ein wenig Fernsehen, Tageszeitung lesen, ein wenig aufräumen, waschen, bügeln, Mittag essen, Kaffee trinken, Schwager im Krankenhaus besuchen. Beim Abendessen kam unser Mädchen auf uns zu, wir sollten nicht so laut sprechen, ihre Ohren täten weh. Jedes Mal, wenn wir uns in einer normalen Lautstärke unterhielten, hielt sie sich ihre Ohren zu. Mittelohrentzündungen hatten wir bei unseren großen Kindern in Erinnerung, dass diese Erkältungen nachgelagert waren, dass diese sehr schmerzhaft waren und unter Umständen über Wochen dauern konnten, bis sie abklangen. Also nach dem Abendessen wieder zur Notfallpraxis. Dort gab der Kinderarzt glücklicherweise Entwarnung. Der Schleim in der Nase drückte auf die Ohren. Mit Nasentropfen sollte dieser Schleim gelöst werden. Gegen halb 9 Uhr waren wir nach Hause zurückgekehrt. Heute hat unser Mädchen sogar wieder die Schule besucht.

Das Organisations-Konzept ist in der vergangenen Woche vollkommen aus den Fugen geraten. Schlimmer konnte es nicht kommen. Drückt bitte die Daumen, dass es in dieser Woche wieder aufwärts geht.  

Kommentare:

  1. Ohja solche Wochen gibt es ! Wochen die man am Liebsten aus dem Kalender streichen möchte. Aber man wächst über sich hinaus weils sein muss und bekommt doch irgendwie alles geregelt. Um so schöner wenn die darauf folgende Woche dann wieder normal verläuft.

    Eurem kleinen Mädchen weiterhin Gute Besserung, euch weiterhin gute und starke Nerven und immer dran denken...:
    Es KANN NUR besser werden !! :)

    Grüße
    Rebellin

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  2. Man oh man was für eine sch... Woche lieber Dieter.
    Hoffe mal für Dich und Deine Famile das die kommende besser wird.

    Ein kleiner Tipp für Eure Kleine ein nasses Tuch mit einigen Trophen Menthol auf die abgedrehte Heizung legen, das verteilt sich im Raum und sie kann besser atmen und die Schleimhäute trocknen nicht so aus. Mach ich bei unserer Jule auch immer.

    Ich bin an der Netzhaut auch schon gelasert worden, muß alle halbe Jahre zur Kontrolle. Das wurde wohl ambulant gemacht. Mußte nur jemanden zur Begleitung dabei haben.

    Auto kaputt hatten wir diese Woche auch, war dreimal in der Werkstatt. Thermostat des Themeraturreglers und Klimaanlage defekt. Frag nicht nach den Kosten.... Der Leihwagen kostet hier nichts nur der Tank muß voll sein.

    Wünsche Euch ein stressfreie Woche und grüße ♥ lich
    Angelika

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  3. Oh, je! Da musstest du ja was mitmachen. Deine Frau tut mir auch leid!!! Weisst du Genaueres über die Augen-OP und weitere Behandlung? Wie lange wird er im KH liegen müssen? Warum löste sich die Netzhaut ab?
    Beste Grüße zum Wochenstart sendet Wieczorama (◔‿◔) | Mein Fotoblog

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  4. Weia...das hört sich aj wirklich nicht gut an und ich drücke ganz fest die Daumen das es diese Woche besser wird und positiv vorwärts geht.

    lg Nova

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  5. Das sind Wochen, die niemand in diesem Stil benötigt Dieter.
    Ich hoffe, diese Woche wird angenehmer :-)

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