Freitag, 21. Dezember 2012

Unfertig


… wie diese Weihnachtskrippe sind die Tagesabläufe von Weihnachten, manches war Stückwerk, und manches begann sich zusammenzufügen.

Als ich heute Morgen in aller Herrgottsfrühe kurz nach sieben beim Metzger erschien, guckte mich die Verkäuferin verdutzt an.

„So früh ?“
„Ja, dann ist es schön leer hier.“
Sie reagierte hilflos. Sorgenfalten legten sich über ihre Stirn, als ich ihr die Abholmarken für unsere weihnachtliche Fleischbestellung zeigte.
„Aber wir sind noch gar nicht so weit …“
Verwirrt rannte sie zwischen den anderen Verkäuferinnen hin und her, suchte, fragte nach, forschte, recherchierte.
„Die Putenkeule fehlt. Den Rest haben wir.“
„Immerhin … wann ist die Putenkeule da ?“
„Ist unterwegs. Sollte heute Nachmittag vier oder fünf Uhr fertig sein.“

Zu eines der weihnachtlichen Kernthemen war ich vorgedrungen: das Weihnachtsessen. Bei meinen Eltern ist es Kaninchenbraten, bei Freunden die Weihnachtsgans, bei uns hat am Ersten Weihnachtstag die Putenkeule eine jahrzehntelange Tradition. Dafür geben wir uns an Heiligabend mit einer einfacheren Küche zufrieden: Nudelsalat mit Bratwürsten. Die Bratwürste waren da, und somit war das Essen für Heiligabend organisiert.

Der gestrige Tag war unkoordiniert, fragmenthaft, ich schaukelte mich durch den Tag. Frau war arbeiten inklusive Fortbildung. Töchterchen hatte den letzten Schultag, und um 10 Uhr hatte ich einen Termin in der offenen Ganztagsschule (OGS), um unsere Kleine für das neue Jahr dort anzumelden – es war ein Platz frei geworden. Die Doppelbelastung für meine Göttergattin – 400 €-Job plus Fortbildung – sollte sich so entspannen.

Doch die Türe war verschlossen und niemand war zu sehen. Bei der Suche nach jemandem, der zuständig sein könnte, traf ich die Schulleiterin höchst persönlich. Die OGS sei erst ab 11.45 Uhr besetzt, wenn der normale Schulunterricht ende. Sie gab mir eine Handy-Nummer der Kollegin.

11.30 Uhr, ich war wieder zu Hause, fast zeitgleich zwei Anrufe, die meinen Tagesablauf erneut durcheinander bringen sollten. Töchterchen hatte um 11.45 Uhr Ende des Schulunterrichts und um 12.15 Uhr Klavierunterricht im Nachbarort. Meine Gattin rief mich an, ich könnte nicht das Auto haben. Ich müsse mit ihr mit dem Bus in den Nachbarort fahren. Zweiter Anruf: die Kollegin von OGS hatte den Termin um 11 Uhr im Kalander stehen gehabt und nicht um 10 Uhr. Wir vereinbarten einen neuen Termin um 15 Uhr.

Ich marschierte um 11.30 Uhr los, holte unser Mädchen von der Schule ab und wanderte mir ihr schnurstracks zur Bushaltestelle weiter. Zehn Minuten dauerte es, bis ein Bus kam, mit diesem in den Nachbarort, ich lieferte unser Töchterchen zum Klavierunterricht ab.

Diese Zeit nutzte ich, um im Ort herum zu spazieren. In der Kirche wollte ich die Krippe fotografieren, um diese in meinem Blog zu zeigen. Wie so manches an diesem Tag, war sie Stückwerk und noch nicht fertig gebaut. Ich spazierte weiter zum Rhein. Hochwasser ! Da ich zur Arbeit nur im Dunkeln unterwegs war, bemerkte ich erst hier die Größenordnung. Schiffe und Fähre fuhren noch, aber so manches stand unter Wasser. Darüber möchte ich in meinem morgigen Post berichten.


Nach diesem interessanten Abstecher zur Kirche und zum Rhein holte ich Töchterchen wieder ab.

Kurz vor Weihnachten hatte ich nun Urlaub, Unterbrechungen und Unvorhergesehenes störte mich nicht, um 15 Uhr holte ich mir einen Packen Anmeldeformulare bei der OGS ab, so ungefähr hatte sich mein gewohnter Ruhezustand wieder eingestellt. 

Heute Morgen, nachdem ich das erste Fleisch beim Metzger eingekauft habe, werde ich weiter zu meinem Tagewerk schreiten. Tasse Kaffee austrinken, Tisch abräumen.

Danach werde ich das aller-aller-wichtigste erledigen: den Weihnachtsbaum im Wintergarten aufbauen.

Kommentare:

  1. Na mein lieber Dieter, da hast Du ja noch was vor. Christbaum schmücken...eine schöne und kreative Arbeit.
    Nun kann das Fest ja kommen alles organisiert und vorbereitet.

    Wünsche Dir und Deiner Familie ein schönes Adventwochenende ohne Stress!
    ♥ liche Grüße
    Angelika

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  2. Hoe ver is de kerstboom nou? Staat hij al?

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  3. Na, eine Krippe die immmer noch nicht fertig ist. Das finde ich aber schon traurig :-(((

    Hoffe mal dein Baumschmücken ging schneller von der Hand.

    Liebe Grüssle
    Nova

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  4. Hallo Dieter,
    noch sind ein paar Dinge zu tun-aber die Ruhe legt sich schon auf die Fensterbank. Leiser Schnee, Lichter in Nachbars Fenstern. Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein glückliches und fröhliches Fest und einen guten Start ins Neue Jahr.

    Viele Grüße, Jo

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  5. Tata, lieber Dieter, ich bin auch wieder da, unser kleiner Erholungsurlaub ist rechtzeitig vor dem Fest beendet und wir können nun zumindest erholt die letzten Vorbereitungen treffen.
    Metzgerei und Forstamt hatten wir schon länger erledigt, deshalb liegen die Leckereien im Tiefkühkler parat und warten auf den Verzehr. Heute gibt es Kurzgebratenes vom Kalb und dann geht es nach der Bescherung in die Mitternachtsmette.

    LG Arti

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