Samstag, 11. Januar 2014

Pestkreuze

Die Pest ist so alt wie die Menschheit. Schon der Historiker Thukidydes beschreibt im 4. Jahrhundert vor Christus, wie die Pest in Athen gewütet hatte. In der Bibel gehört die Pest zu den drei Geißeln Gottes – sie erscheinen bei den Propheten Jeremias und Ezechiel mit den Worten „gladius, fames und pestis“. Was bedeutet: Schwert, Hunger und Pest. 540 nach Christus breitete sich die Pest zur Zeit des römischen Kaisers Justinians in Ägypten aus und erfaßte in den Folgejahren den ganzen Mittelmeerraum. Das übrige Europa erwischte die Pest viele Jahrhunderte später. Das war nach 1347, als die Pest über Handelsrouten aus der Mongolei an das Schwarze Meer eingeschleppt worden war. Über das Mittelmeer, den Atlantik, die Nordsee und die Ostsee gelangte die Pest schließlich nach ganz Europa. 25 Millionen Menschen starben danach, das war rund ein Drittel der europäischen Bevölkerung.

Die letzte große Pestepidemie, die den ganzen europäischen Kontinent erfaßte, wütete von 1663 bis 1668. Sie begann in England, griff auf die deutsche Nordseeküste über, suchte Westfalen heim und breitete sich bis ins Rheinland aus. Schrecklich war das Jahr 1666. So berichtet eine Chronik aus Graurheindorf (das zu Bonn gehört), dass in diesem Jahr ein Drittel der Menschen an der Seuche starben. Im Stadtgebiet von Bonn finden sich im Stadtteil Kündinghoven  sieben Pestkreuze aus dem Jahr 1666, von denen ich allerdings nur sechs gezählt habe.


Die Pestkreuze stehen inmitten von Grabsteinen an der Kirche St. Gallus im Stadtteil Küdinghoven.






Dies sind die sechs Pestkreuze (irgendwo muss noch ein siebtes stehen).


Zwei Pestkreuze stehen nebeneinander …


Pestkreuze vor der Eingangstüre der Kirche St. Gallus …


Die Jahreszahl 1666 kann ich deutlich ablesen.


Moos hat die Jahrhunderte überwuchert.


Der Kirchturm von St. Gallus ist sehr alt und stammt aus dem 12. Jahrhundert (während die übrige Kirche im Laufe der Jahrhunderte umgebaut wurde).

Kommentare:

  1. Ein sehr interessanter Beitrag Dieter, so genau wußte ich darüber nich Besch
    eid. Wider was gelernt.
    In Wien habe ich die Pestsäule gesehen und unterm Stephansdom liegen alle Schädel der Pesttoten

    Gute Nacht und liebe Grüße
    Angelika

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  2. Ziemlich gruselig, dennoch sehr interessant. Ich hab mal nachgeschaut, für Euskirchen habe ich nur einen Eintrag für 15919 gefunden.
    Sonntagsgruß vonner Grete

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  3. Guten Morgen, Dieter! Danke für deine Geburtstagswünsche! - Bei dir finde ich ja immer wieder Informationen über kulturhistorische Kleinode in der Stadt meiner Kindheit & Jugend wie die St. Gallus - Kirche samt Kirchhof. Auch der noch versiertere Herr K. kannte es nicht. Sollte mal bei einem Besuch bei meiner Schwester in Beuel nachgeholt werden.LG
    Astrid

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  4. Hej Dieter,
    die Pest ist ein düsteres Kapitel der Menschheitsgeschichte. Da die Menschen den Zusammenhang zwischen Hygiene und Krankheit nicht kannten, fühlten sie sich ausgeliefert. Das wurde als Machtmittel (göttliche Strafe) missbraucht. Aber auch hier, so schrecklich es war, führte es dazu, dass die Menschen die Hintergründe zu erforschen suchten (vergleichbar mit dem Krebs heute), um Wesentliches zu verändern. Fazit: Steht der Mensch mit dem Rücken an der Wand, setzt er alles daran die Situation zu ändern. Das ist auf Vieles übertragbar.
    Interessanter und wie oft, nachdenkenswerter Bericht!!

    Gruß,
    Beate

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  5. Dank je wel Dieter. Ik vind het heel interessant om je foto's te zien. Nog nooit een pestkruis gezien. Het lijkt me vreselijk om in die tijd te leven. Gewoon als moeder met kinderen. Wat een onzekerheid in die tijd qua gezondheid. Misschien ga ik er ooit over schrijven.

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  6. Auch ich habe wieder was gelernt, so wusste ich nicht das es solche Pestkreuze gibt. Eine schlimme Zeit und man kann nur hoffen das es nie wieder eine solche Zeit geben wird.

    Wünsche einen schönen Sonntag und sende herzliche Grüssle

    Nova

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  7. schliesse mich nova an, von pestkreuzen wusste ich nichts. interessanter post!
    gglG

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  8. Das ist mal wieder total mein Beuteshema... reise- und interessentechnisch! Danke!

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