Sonntag, 26. Januar 2014

Kreisverkehr

Seit Mitte letzten Jahres rollt der Verkehr. Im Umfeld der Kostenexplosionen beim U-Bahn-Bau in Köln, beim World Conference Center oder bei der Sanierung der Kennedybrücke ist der Kreisverkehr auf der B9 als wahre Erfolgsgeschichte gefeiert worden. Die kalkulierten Baukosten wurden eingehalten, genauso der Fertigstellungszeitpunkt. Gebaut wurde in den Sommerferien, und selbst im Berufsverkehr staute sich der Autoverkehr nicht übermäßig. Ich sehe das etwas anders. Die 4,5 Millionen Baukosten sind eine schwergewichtige Größenordnung, zumal ich auf dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln – so bewege ich mich durch die Stadt – nichts davon habe. Die Verfechter des Kreisverkehrs werden dagegen halten, dass Autofahrer an den Verkehrsampeln nun links abbiegen können. Dafür mussten die Autofahrer bisher 200 Meter weiter in der einen Richtung oder einen Kilometer in der anderen Richtung fahren. Diejenigen, die den Kreisverkehr als Erfolgsgeschichte gefeiert haben, haben vor allem vergessen, dass zuvor die U-Bahn einen halben Kilometer ein weiteres Stück unterirdisch verlegt worden ist. Das hat 13,9 Millionen Euro gekostet. Das bringt den Fahrgästen der Stadtwerke überhaupt nichts, weil die Fahrzeit exakt dieselbe bleibt. Als Steuerzahler stelle ich fest, dass einerseits fleißig in die Verkehrsinfrastruktur investiert wird, während andererseits die Stadt mit ihren 1,6 Milliarden Schulden am Abgrund steht, so dass Theater, Oper, Bibliotheken und Schwimmbäder um ihre Existenz bangen. Verkehr oder Kultur ? Die Frage beantwortet sich von selbst. Freie Fahrt für den Autoverkehr. Die Blechlawine muss rollen.







Hochtrabend, wie über allen Galaxien schwebend, wird der Kreisverkehr  als „Trajektknoten“ bezeichnet. Mit den 36 Metern Außenradius ist er einer der größeren seiner Art.


Seitwärts des Kreuzungspunktes werden nun Bürogebäude hochgezogen.


Die U-Bahn fährt nun 500 Meter früher unter die Erde. Die Fahrt wird dadurch keine Sekunde kürzer.

Kommentare:

  1. Dieter, es ist wirklich zum K...., was die Stadtparlamente so entscheiden und was der Bürger wirklich nicht braucht. Hier war gerade in der Zeitung eine Artikel über Aussichtspunkte mitten in der Landschaft oder gegenüber einem Pumpwerk, die der Stadtrat beschlossen hatte. Und in meiner vorletzten Schule verkniffen sich die Kinder den Toilettengang, weil die Klos unsäglich stanken und verrottet waren, da jahrzehntelang nicht mehr erneuert.
    Gerechtfertigt werden solche Projekte damit: Der Bürger hätte doch Zeit gehabt, gegen das Projekt Stellung zu beziehen. Wie soll man das bei all den kleinen Vorhaben schaffen? Ein bisschen gesunder Menschenverstand & Widerstand gegen Lobbyisteneinflüsse würde da auch schon helfen...
    Eine gute woche!
    LG
    Astrid

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  2. Dieter, ich kann Astrid nur beipflichten.
    Bei uns gibt es nun in einem Abstand von 200 Metern
    zwei Kreisverkehre. Es sei nützlich, meinte man.
    Man kann es nicht glauben, aber es ist so.
    Einen guten Start in die neue Woche wünscht dir
    Irmi

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  3. Hi Dieter,

    ja, die Stadt Bonn hat an manchen Stellen gaaaanz falsche Planer und Entscheider sitzen. Das haben wir in den letzten Jahren wirklich oft gemerkt.

    Ich habe den neuen Kreisverkehr erst einmal umfahren (ist einfach nicht meine Himmelsrichtung *gg*) und fand ihn sogar recht unübersichtlich. Fand die vorherige Lösung jetzt nicht schlechter für die Autofahrer (eigenes Empfinden), allerdings muss ich auch zugeben, dass ich lediglich da langfahre, wenn es ins Kino geht und das ist immer außerhalb der Stoßzeiten.

    LG Frauke

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  4. Ist natürlich ein Hammer wenn es überhaupt keine Verbesserung in der Verkehrslage gibt. Da fragt man sich warum solche Maßnahmen getroffen wurden. Ist wohl überall auf der Welt so dass von Seiten der Planer und Stadt so ein Mist gemacht wird, und leider leiden andere wichtigere Dinge darunter. Ich finde sowas auch immer zum kotzen.

    Dennoch einen schönen Wochenstart und herzliche Grüsse

    Nova

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  5. Ohne Kreisverkehr läuft heute gar nichts mehr, Dieter. In jedem noch so kleinen Dorf werden auch ständig Kreisel gebaut, egal, ob sinnvoll oder nicht.

    Liebe Grüße und eine schöne neue Woche für dich
    Christa

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