Dienstag, 29. Mai 2012

Wochenrückblick #21

Sommerwetter (1)
In der letzten Woche sind die Temperaturen immer mehr angestiegen, so dass es sommerlich warm geworden ist – bis an die 30 Grad-Marke. Mitte der Woche war es in der Köln-Bonner Bucht – verursacht durch die petrochemische Industrie - bereits so drückend, dass es unangenehm war. Die Bewegungen fallen dann schwerer, ich schwitze sehr viel. Mit den sommerlichen Temperaturen schlägt der Alltag in einem anderen Rhythmus. Das Leben verlagert sich nach draußen, in den Parks, Straßencafés und Biergärten ist jede Menge los. Zu Hause verbringen wir auch einen großen Teil draußen, im Garten, auf unserer Terrasse oder im Wintergarten. Und selbst bei den drückenden Temperaturen bekommt das Lebensgefühl eine neue Dimension: aus dem Kühlschrank schmeckt ein Weizenbier optimal. Abends können es auch schon mal zwei oder drei werden. Prost !

Sommerwetter (2)
Im April oder Mai ist es schon quasi zur Tradition geworden, dass wir mit ein paar Freunden grillen. Dabei sind wir nicht der Spezies der Grillfetischisten zuzuordnen – unsere Nachbarn grillen ungefähr jedes Wochenende. Letzten Samstag hatten wir unser erstes Grillen in diesem Jahr geplant. Zusätzlich hatte meine Frau in der letzten Woche mit einigen Bekannten einen bunten Abend besucht, wovon sie zwei Ehepaare zusätzlich zum Grillen einlud. So fanden sich spontan insgesamt 17 Personen zum Grillen zusammen – davon vier Kinder, die mächtig Spaß miteinander hatten. Bei LIDL hatte ich noch einen neuen Grill für 25 € gekauft, denn unser alter Grill war Schrott. Der neue Grill erwies sich als leistungsfähig – die Grillkohle erzeugte jede Menge Glut, die mit der Ausdauer eines Langstreckenläufers glühte und Fleisch und Würstchen in einen optimalen Garzustand versetzte. Das Grillen war ein schönes gemeinsames Erlebnis. Ein Fass Kölsch hatte ich noch besorgt, welches bei den warmen Außentemperaturen mit seinem erfrischenden Geschmack dieses Erlebnis abrundete.

Behindertenwohnheim
Dass mein geistig behinderter Schwager Udo in seinem Behindertenwohnheim wohnt, darüber hatte ich in mehreren Blogs berichtet. Dies ist ursprünglich auf seine eigene Initiative zurückzuführen, denn er wollte dort unbedingt einziehen und von zu Hause weg. Dauernd haben wir damit zu kämpfen, dass niemand mit uns redet und dass wir Informationen hinter her rennen müssen. Udo erzählt nur spärlich und bruchstückhaft, was im Wohnheim geschieht. Zudem ist er kaum noch in der Lage, sich richtig zu artikulieren. Das Wohnheim redet auch nicht mit uns. So müssen wir mühsam rekonstruieren, was wirklich los ist.
(1)   Udo rief uns zuletzt an. Eine Betreuerin vom Wohnheim sei mit ihm bei der Hals-Nasen-Ohren-Ärztin gewesen. Er habe einen Knoten im Rachen. Er müsse Antibiotika nehmen. Der Knoten sei im Krankenhaus geröntgt worden. Er habe einen neuen Termin bei der Hals-Nasen-Ohren-Ärztin. Wir haben dazu unsere Tochter um Rat gefragt, die Medizin im zweiten Semester studiert. Beides sei kompletter Blödsinn, sowohl dass eine Knotenbildung durch Antibiotika eingedämmt werden kann wie dass man durch Röntgen in das Innere des Knotens hineinsehen kann. Udos Vater war daraufhin im Wohnheim. Seine zuständige Betreuerin war nicht anwesend. Es war allerdings ein Protokoll gefertigt worden, in dem immerhin dokumentiert wurde, dass die Lunge im Krankenhaus geröntgt worden war – die Knotenbildung hatte sich nicht auf die Atmung und die Lunge ausgewirkt. Über den restlichen medizinischen Befund konnte uns niemand aufklären. Knotenbildung – da sind durchaus schlimme Szenarien denkbar.
(2)   Nächsten Samstag ist im Behindertenwohnheim Sommerfest, und das Wohnheim hat entschieden, dass Udo beim Aufbauen mithilft. Dazu soll er in der nächsten Woche Urlaub nehmen. Udo hat aber zwei Urlaube eingeplant – den ersten mit Bewohnern des Behindertenwohnheims in die Türkei und den zweiten mit uns an den Bodensee – beide Urlaube dauern vierzehn Tage. Zehn Tage Urlaub hat er noch – davon sind die 14 Tage Türkei-Urlaub abgezogen. Das passt überhaupt nicht mehr, zumal in seiner Behindertenwerkstatt zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen ist und er dafür weiteren Urlaub benötigt. Notfalls muss er zu Hause bleiben, wenn weder er noch das Behindertenwohnheim in der Lage sind, mit uns zu reden …

Einkommensteuererklärung
Rund zwei Monate habe ich gebraucht, um unsere Steuererklärung fertig zu stellen. Wie man anhand des Zeitraums erkennen kann, ist dies durchaus eine zeitfressende Angelegenheit. Bis ich all die Belege zusammen habe – Werbungskosten, Versicherungen, Krankenkasse, Kindergartenbeiträge, Steueridentikationsnummern für die Kinder, Spendenbescheinigungen usw. – das dauert längere Zeit. Mit all den Formularen und den Anlagen ist dies ein ziemlicher Papierkrieg. Dieses dicke Paket von Formularen und Belegen habe ich in der letzten Woche beim Finanzamt abgegeben. Dies ist nun das dritte Jahr, in dem ich meine Steuererklärung persönlich beim Finanzamt abgebe. Damit habe ich durchweg positive Erfahrungen gemacht. In unserem Finanzamt gibt es so eine Art Bürgerbüro, in dem sich die Finanzbeamten um alle Angelegenheiten ihrer Steuerzahler kümmern. Die Finanzbeamten sind nett, kundenfreundlich, sie helfen, wo sie können. Rückfragen – die auch diesmal spärlich ausfielen – konnten im direkten Gespräch geklärt werden. In den letzten beiden Jahren hat es ca. 10-14 Tage gedauert, bis ich den Steuerbescheid erhalten habe. Ich hoffe, dass auch in diesem Jahr die Steuererstattung ähnlich üppig ausfallen wird wie in den letzten Jahren.

Song der Woche
Achtung ! Sensible Naturen bitte nicht in dieses Stück hineinhören. Laut und heftig und aggressiv geht es zur Sache. Ende der 70er Jahre spitzte sich mit AC/DC, Judas Priest, Accept oder Iron Maiden der Hard-Rock-Spound zu und wurde noch schreiender und aggessiver. Diese Gruppen hörte ich weniger, weil sie mir bereits zu aggressiv waren. Dieser Hard-Rock-Stil klang für mich eher wie undifferenziertes, maßloses Geschrei, der Gitarrenstil erinnerte mich eher an einen Presslufthammer auf einer Baustelle. Anstatt dessen bevorzugte ich Gruppen wie UFO oder die Scorpions, die etwas melodischer waren und ihren Stil auch variieren konnten zwischen laut und leise, schreiend und zurückhaltend, die Gitarren-Soli fügten sich bei diesen Gruppen stärker in die Melodie ein. Über Radio Caroline und Planet Rock war ich zuletzt doch auf Iron Maiden aufmerksam geworden. Es gibt durchaus Stücke, bei denen eine Melodie und führende Gitarrenklänge herauszuhören sind. „Hallowed be thy Name“ wird von einem Gitarren-Riff vorangetrieben, das an gute alte Led Zeppelin-Zeiten erinnert (aber nicht geklaut ist). Ruhig und schleppend beginnt das Stück, dann setzt die Lautstärke des Hard-Rock-Stils ein, in der Mitte des Stücks wird das Tempo herausgenommen, und diese geniale Gitarren-Riff hämmert dann bis zum Schluß ein Gitarren-Solo nach dem anderen rein. Klasse !




Kommentare:

  1. Steuererklärung. Mensch, da sagst du was! Bin dann mal weg.

    Grüße! N.

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  2. Guten Morgen, Dieter!
    Warum hast du bei dem Wochenrückblick das Thema Sommerwetter in zwei Kapitel eingeteilt? Bei uns war es noch wärmer, hat sich aber letzte Woche schon wieder etwas abgekühlt. WE war sehr angenehm - warmes Frühlingswetter würde ich es nennen.
    Überlegt doch mal auszuprobieren, dem Heim gegenüber zurückhaltender zu sein und einfach das anzunehmen, was kommt. Wie ist das denn mit Udo zu verreisen, obwohl er benindert ist? Kommt ihr damit gut klar?
    Zu deinem Kommentar: Der Karneval der Kulturen findet in Berlin seit 17 Jahren stat, daher am Anfang der Titelzeile "17." Du kannst dich vlt noch daran erinnern, dass du bei allen Posts (= Artikeln) auf meinem Blog (Wieczorama Fotografie) deinen Cursor mit der Maus auf das Bild halten kannst, um einen erläuternden Text zu den Fotos lesen zu können. Bei uns ist es so, dass der KdK jedes Jahr am Pfingst-WE stattfindet. Meine ersten Eindrücke sind vom Samstag - aber vlt hast du diesen rPost auch gar nicht gesehen - und die Partyfotos habe ich am So-Abend aufgenommen.
    Bei uns versuchen Karnevalsvereine auch den normalen Karneval einzuführen. Leider werden diese Bemühungen nicht mit öffentlichen Fördergeldern unterstützt - nur der KdK bekommt großzügige Unterstützung. Eher behindert die Politik den Karneval, in dem sie nun auch noch ein Lärmgrenze auferlegt hat, wogegen der KdK 3,5 Tage in einer Lautstärke tobt, dass die umliegenden Anwohner ins Hotel müssten, um in Ruhe schlafen zu können oder sich auf ein paar Stündchen Schlaf in den frühesten Morgenstunden beschränken. Die Berliner Bevölkerung mag aber, wie mir scheint, jede Art von Party - egal welcher Karneval, welche Veranstaltung...

    Gruß Wieczorama (◔‿◔) | Mein Fotoblog

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