Montag, 14. Mai 2012

Wochenrückblick #19

Salafisten versus Pro NRW
Vorletzten Samstag kam es in Bonn bei einer Demonstration von Salafisten zu massiven Ausschreitungen, als die Splitter-Partei Pro NRW die Salafisten mit Mohammed-Karikaturen provozierte. Es kam zu Schlägereien, die eskalierten und durch ein massives Polizeiaufgebot beendet werden mussten. Dabei wurden zwei Polizisten durch Messerstiche von Salafisten lebensgefährlich verletzt, wobei die Salafisten ihr Vorgehen gegen die Polizei damit rechtfertigten, dass die Polizei das Zeigen der Mohammed-Karikaturen geduldet hätte. Im Islam ist das Zeigen von Mohammed-Karikaturen verboten, in Deutschland ist dies – untermauert durch höchst richterliche Entscheidungen – erlaubt. Im Verlauf der Schlägereien wurden Blumenkübel aus Vorgärten heraus gerissen, um diese als Wurfgeschosse zu benutzen. Anwohner berichteten, sie hätten sich in ihre Häuser verkriechen müssen und sie hätten sich selbst dort nicht sicher gefühlt. Sie seien sich wie im Krieg vorgekommen. Die Drachenburgstraße, auf der die Schlägereien eskaliert waren, kenne ich sogar einigermaßen, weil dies eine meiner Fahrradrouten ist, wenn ich vom Rhein aus in Richtung Drachenfelser Ländchen fahre. Aus Sicht der Anwohner stelle ich mir dies tatsächlich schrecklich vor, damit vor der eigenen Haustüre konfrontiert zu werden. In erster Linie sehe ich hier den Staat in der Pflicht, gegen solche Gruppierungen vorzugehen und solche Gewaltexzesse mit den Mittel des Rechtsstaates in den Griff zu bekommen.

Radtour durch ein Stückchen Eifel
Hinter Meckenheim bin ich die Höhenzüge der Eifel hoch geradelt. Etwa 6-7 km ging es über diesen Höhenzug, von wo aus ich einen prächtigen Ausblick auf die beginnende Mittelgebirgslandschaft der Eifel hatte. Ich schaute in das Ahrtal und das Seitental des Sahrbaches, wobei sich Berge und Täler gleichmäßig abwechselten. Der Höhenzug war etwa 6-7 Kilometer lang und stieg ungefähr auf 400 Meter Höhe an. Danach ging es nach Rheinbach zurück in die Ebene, wo ich mir im hiesigen Brauhaus ein Weizenbier gegönnt habe. Es ist schade, dass diese Ecke der Eifel relativ weit entfernt vom Büro liegt. Ich muss erst etwa 25 Kilometer zurücklegen, bis ich die ersten Höhenzüge der Eifel erreiche. Je nachdem, welches Zeitkontingent zur Verfügung steht, kann ich nur ein Stückchen Eifel genießen. Gegenüber anderen Mittelgebirgslandschaften – Siebengebirge, Westerwald oder Bergisches Land – ziehe ich die Eifel vor, weil ihr Höhenprofil noch abwechslungsreicher und noch vielfältiger ist. Diese Verlassenheit der Dörfer, deren Häuser oft aus Schiefer, Bruchstein, Basalt oder anderem Vulkangestein gebaut worden sind, zieht mich magisch an. Wenn sich meine Kondition gesteigert hat, ist es eine meiner größten Erfolgserlebnisse, mit meinem Rennrad tiefer in die Eifel einzudringen.

Dialog mit meiner Frau
Zwischen uns gibt es schon einmal verquere Dialoge, bei denen wir aneinander vorbeireden. Dazu, dass wir mit Freunden grillen wollten, hatten wir folgenden Dialog:
Ich: wollen wir am 19. oder 26. Mai grillen ?
Sie: hinterm Fernseher …
Ich: verstehe ich nicht … wollen wir am 19. oder 26. Mai grillen ?
Sie: hinterm Fernseher
Ich: noch einmal: 19. oder 26. Mai ???
Sie: hinterm Fernseher … siehst du das nicht ????
Ich: war sprachlos, und sah nichts hinterm Fernseher
Sie: siehst du das nicht ? die Spinnweben ?
Ich: sah die Spinnweben, nach mehrmaligem Hinsehen
Ich: die Spinnweben werden entfernt, Hauptsache, wir müssen nicht hinterm Fernseher grillen …

Antonow
Als ich unseren Sohn zuletzt morgens zum Flughafen gebracht hatte, war hinter dem Terminal 2 eine Antonow zu sehen. Ihre Größe war bemerkenswert, denn sie war locker 2-3 mal so groß wie die normalen Passagierflugzeuge. Gar nicht so weit weg, war sie auf dem Vorfeld vom Zubringer der Autobahn gut zu sehen. Einige Autos hielten sogar an, und es wurden Fotos geschossen. Das Transportflugzeug, in dessen Rumpf wahrscheinlich sogar LKW’s untergebracht werden konnten, war imposant.





Muttertag
Unser kleines Mädchen malt lieber selbst etwas, anstatt dass ich Blumen mit ihr kaufe. Hier ist das, was sie selbst gemalt / geschrieben hat:















Song der Woche
In dieser Woche hatte sich eine Melodie von Golden Earring in meinem Kopf festgesetzt. Ende der 60er Jahre war die niederländische Rock-Szene, zu denen auch Jan Akkerman, Shocking Blue oder Herman Brood gehörten, der deutschen Rock-Szene um Lichtjahre voraus. Bekannt wurden Golden Earring Ende der 60er Jahre mit „Holy, Holy Life“ oder „Buddy Joe“. „She flies on Strange Wings“ entstand 1971 und das Stück habe ich erst in den letzten Jahren auf Radio Caroline kennen gelernt. Den genialen Stil von Golden Earring aus dem Album Moontan (1973) lebt bereits auf „She flies on Strange Wings“ auf, nämlich dieser Rhythmus, der eingängig auf einen Punkt zugetrieben wird. An diesem Punkt wird der Rhtyhmus schlagartig ausgeblendet und setzt danach langsam wieder ein, um später wieder in dem alten Intensität aufzuleben. Genial !



Kommentare:

  1. dein Wochenrückblick ist wieder schön zu lesen - und auf deine Musikauswahl freue ich mich inzwischen schon richtig ... ich höre gerade ...

    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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  2. Hallo Dieter,

    ich kann es nicht verstehen, warum Menschen, wenn sie das Gefühl haben, demonstrieren zu müssen, es nicht friedlich tun und derart ausrasten. Ich stimme dir zu, dass der Staat eingreifen muss und sollte, damit solch brutale Gewalt unterbunden wird. Das kann man nicht dulden.

    Frauen sehen halt mehr als Männer.....frag mal meinen Mann....kicher.

    Das war doch wieder eine gelungen Radtour, ich freue mich für dich. :-)

    Diese Transportmaschinen sind wirklich wahre Riesen. Ich kann mich noch erinnern, als der Iran-Krieg voll im Gange war, da flogen morgens in einer Kette hintereinandern von Rhein-Main-Airbase die Frachtmaschinen über mich hinweg als ich auf dem Weg zur Arbeit war. Diese Riesen, die über mir donnerten, werde ich nie vergessen.

    Ganz lieb von eurer Tochter, dass sie Mama zum Muttertag eine solch schöne Karte gebastelt hat. Das erfreut mehr als tausend gekaufte Blumen. :-)

    Deine Musik war wieder vom Allerfeinsten.

    Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche.

    Liebe Grüße
    Christa

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  3. Hallo Dieter,
    dein kleines Mädchen hat eben heute auch schon eine Vorstellung davon, was werthaltig ist. Die Zeichnung kann Mama aufheben, wogegen die Blumen nach einer Woche auf den Kompost wandern.
    Von der gewalttätigen Demo in Bonn habe ich in den Nachrichten gehört. Schlimm!
    Deine Musikauswahl war wieder sehr schön.
    Ich wünsche dir einen gute neue Woche.
    Viele Grüße
    Wieczorama (◔‿◔) | Mein Fotoblog

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  4. Lieber Dieter, da finde ich aufgrund deines Kommentars ja auch einen kurzweiligen Mischblog eines Rheinländers vor :o) Das gefällt mir sehr gut, werde noch oft bei dir vorbeischauen!!! Liebe Grüße Schweinchen Schlau

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  5. ich muss mich schämen, denn ich habe noch vor kurzer zeit nichts von salafisten gewusst. nun habe ich gelesen, dass sie mehr angst vor diesen haben als vor den na.zis.
    grandios wie ihr aneinander vorbei geredet habt...kenn ich auch...lach!
    liebe grüsse ans töchterlein, diese selbstgemachten dinge sind unbezahlbar!
    LG

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  6. Diese Dialoge kenne ich noch von meinen Eltern :))...aber verständlich, mein Vater war schwerhörig :))
    Demo: Alles was so extrem verläuft, macht mir Angst!
    Deine Kleine hat das so richtig nett gemacht, darüber freut sich jede Mutter riesig!
    Die Eifellandschaft finde ich auch ganz besonders reizvoll...ich kenne sie aber nur von Bildern, leider!
    ♥lichst Zaunwinde

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