Dienstag, 20. Dezember 2011

kürzester Tag des Jahres

Das letzte Stück Helligkeit entfaltete eine magische Kraft. Der verbleibende Rest des Tages klammerte sich an dem wolkenlosen Streifen fest, der sich zwischen den zerrissenen Wolkenfetzen behauptete. Die Dämmerung leuchtete dagegen: längst war die Sonne hinter den Hängen des Kottenforsts abgetaucht, in den Bürotürmen des Posttowers und des ehemaligen Abgeordnetenhauses herrschte noch geschäftiger Betrieb, und die Lichter der aalglatten Hochhausfassaden flackerten im Rhein.

So schön konnten Sonnenuntergänge sein. Der kürzeste Tag des Jahres hatte sich seinem Ende zugeneigt und glitt übergangslos in die dunkle Nacht hinein. Ich stelle fest, dass auch die dunkle Jahreszeit ihre eigenwilligen Reize hatte. Sämtliches Treiben war nicht mehr so extensiv nach außen gerichtet. Die Dunkelheit hatte einen morbiden Charme und griff in das kahle Geäst von Bäumen hinein. Auf der Rheinpromenade war es einsam geworden. Zwischen dem spärlichen Licht von Laternen begegnete man höchstens noch Spaziergängern, die als einzelne Erscheinung herum tappsten. Eine Ruhe breitete sich aus, wie man sie tagsüber nicht erleben konnte.

Wenn im Dunkeln diese Überfülle an Eindrücken, Informationen und Aktionspotenzialen ausgeblendet wird, finde ich zu mir selber zurück. Plötzlich empfinde ich einen Drang, zu Hause sein zu wollen, Bücher zu lesen, Blogs zu schreiben oder mich sonstwie gemütlich auszubreiten. Mich aufs wesentliche konzentrieren. Nicht mehr dieser Spam-Situation ausgesetzt sein, dass etwa 95% der Informationen Müll sind. Ich habe das Gefühl, dass die Dunkelheit all diese fremden Kräfte lähmt, die mich in eine Richtung drängen, in die ich eigentlich gar nicht hinein will.

Am kürzesten Tag des Jahres, wenn draußen die tiefste Nacht regiert, blühe ich im Inneren auf. Quatschen, lesen, auch fernsehen. In der dunklen Jahreszeit hat sich mein Körper auf einen natürlichen Tagesrhythmus eingestellt. Ein leckeres Glas Wein ist eher die Ausnahme. Wenn die Uhrzeit fortgeschritten ist, ermüde ich beim Lesen. Meine Konzentration sackt in den Keller. Gegen 10 oder 11 Uhr bin ich so bettschwer, dass ich schnell einschlafe. Dafür bin ich am nächsten Morgen um 5 oder 6 Uhr – je nachdem, ob der Sohn zur Berufsschule muss oder zum Arbeitsplatz – hellwach. Dieser aktive und angeregte Zustand dauert dann den ganzen Tag an.

Am nächsten Tag war über der Nacht der Schnee gekommen, mit einer dicken, einhüllenden Schicht, in der die Schuhe knirschten. Dem Wetterbericht im Internet hatte ich nicht geglaubt, dass für uns – das ansonsten vom Schnee vernachlässigte Rheinland – ein Verkehrschaos vorhergesagt wurde. Bus und Bahn brachten mich aber pünktlich zur Arbeit, und mittlerweile löste sich der Schnee in einer matschigen, nassen Pampe auf.

Stimmungen im Schnee inspirieren mich, wenn diese als Intermezzo auftreten. Alles ist wie verzaubert, es glitzert, die Natur ist wie mit Puderzucker bestreut.

Aber bitte kein Winter wie vor zwei Jahren. Da dauerten die Zwischenspiele, dass der Schnee verschwand, nur kurz, um ein paar Tage später mit noch größerer Heftigkeit zurückzukehren. Wir versanken erneut im Schnee, der tagsüber abtaute und nachts tückische Glatteisflächen produzierte. Bis in den März hinein litten wir  unter Temperaturen wie im Gefrierschrank, und der Winter wollte einfach nicht verschwinden.

Obschon ich nicht im entferntesten depressiv bin: bei soviel Schnee hatte mich eine regelrechte Winterdepression überfallen …

Montag, 19. Dezember 2011

betreutes Wohnen

Mit meinem Schwager Udo kann man verzweifeln. Man stößt auf eine Black Box, die er vor uns abschirmt, eine Welt, in die er andere nicht eindringen lässt. Als ob wir seinen Nerv getroffen haben, zuckt er zusammen, fühlt sich eingeschüchtert, er sagt aber nichts.

„Hat man Dich gefragt ….“
Es geht um das brisante Thema des betreuten Wohnens in seinem Wohnheim für geistig Behinderte.
„Wir wollen nur wissen, ob Du gefragt worden bist“ fasst meine Frau nach.
Udo druckst herum. Nach der Bewegung seiner Lippen zu urteilen, scheinen einzelne Worte aus seinem Mund heraus zu plätschern, doch ein Schweigen blockiert das Gespräch.
„Ähm … „
Das ist der einzige Minimalkonsens, den Udo aus sich herausbringt.

Gespräche, wie man sie normalerweise miteinander führt, sind mit Udo ohnehin nur eingeschränkt möglich. Er bildet kaum noch ganze Sätze, sondern nur noch Fragmente. Er reißt einen Zusammenhang mit dem nächsten so auseinander, dass man die logische Abfolge nicht mehr rekonstruieren kann. Erst wenn er längere Zeit redet, kann er sein Gedächtnis so abrufen, dass er das Erlebte verstehbar wiedergeben kann.

Das betreute Wohnen wirbelt Udos Mitbewohner ordentlich durcheinander, nämlich welche Bewohner mit welchem Konzept betreut werden. Dahinter steckten im Endeffekt Kostenreduzierungen: Behinderte mit einem niedrigeren Grad der Behinderung können kostengünstiger außer Haus im betreuten Wohnen untergebracht werden, weil die Behinderten Tätigkeiten wie Einkaufen, Kochen, Waschen usw. selbst erledigen können und demzufolge weniger Betreuung benötigen. Hinter vorgehaltener Hand haben wir sogar gehört, dass der Landschaftsverband – der Gelder für den Betrieb der Wohnheime bereitstellt – Udos Wohnheim mit einer Einmalzahlung von 12.000 € je überführten Behinderten belohnt. Daher ziehen immer mehr Bewohner mit einer geringfügigeren Behinderung in ein WG aus – so auch zwei der besten Freunde Udos, die letztes Wochenende ihre Einweihungsfete gefeiert haben.

Udo hat erzählt, dass mit ihm fleißig geübt worden ist. Kochen, Waschen, Bügeln, mit Geld umgehen können. Die Sinnhaftigkeit halten wir für unstrittig, solche Fähigkeiten zu erlernen.

Doch wie sieht dies bei Udo aus ? Beim Kochen wird er so gerade in der Lage sein, eine tiefgekühlte Pizza in den Backofen zu schieben oder Nudeln aus dem kochenden Wasser abzuschütten. Gebügelte Hemden haben wir so zerknittert in seinem Kleiderschrank gefunden, dass man sie kaum noch anziehen konnte. Und meine Frau staunte nicht schlecht, als sie einmal in der Bäckerei war: Udo bestellte dort zwei Scheiben Brot. Die Verkäuferin kannte Udo offensichtlich, schlussfolgerte richtig und gab ihm zwei Brote. Und wenn sie ihn nicht gekannt hätte ?

Hilfeplan: Udo hatte davon erzählt, dass ein solcher Plan erstellt wird, der zur Unterstützung im Alltag sicherlich hilfreich ist. Gesehen haben wir einen solchen Hilfeplan nicht – wieder so eine Black Box, dessen Inhalte wir wahrscheinlich nicht kennen sollen.

Dass Udo mit dem Taschengeld im Alltag klar kommt, trauen wir ihm nicht zu. 90 € Taschengeld stehen ihm im Monat derzeit zu. Kinobesuch, mal eine Flasche Bier trinken, auf einem Weihnachtsmarkt eine Wurst essen, mit uns zum Legoland nach Günzburg fahren, für diese kleinen Dinge geht dieses Taschengeld auf jeden Fall drauf. Darüber hinaus kommt es immer wieder vor, dass, wenn in der Stadt etwas unternommen wird, anschließend in einem Restaurant gegessen wird. Darüber hinaus sind weitere Ausgaben zu begleichen – so werden Fußnägel nicht wie üblich mit der Nagelschere geschnitten, sondern man geht zur Fußpflege. Zuletzt klappte das Zähne putzen schlecht – da wurde eine elektrische Zahnbürste angeschafft. Wie bitte, soll das funktionieren  - wenn Udo selbst die 90 € verwalten muss ?

„Hat man Dich gefragt“ setzte meine Frau an, diesmal in leisem, besinnlichen Ton, um gar nichts zu zerbrechen.

Es war sinnlos. Wir gruppierten uns an unserem Tisch in der Essecke, schauten gebannt auf Udo, der unbeholfen ins Leere starrte. Beharrlich mied er unsere Blicke und das Gespräch.
„Ähm …“ setzte er in die beinahe gespenstische Atmosphäre hinein.

Mein Frau war von Udos Wohnheim angerufen worden, dass sie für Morgen um ein Gespräch gebeten hatten. Worum es ging, hatten sie nicht gesagt.

Von anderen wissen wir, dass das betreute Wohnen Methoden der Überrumpelung einsetzt. Man sitzt dann alleine in großer Runde – quasi mit dem ganzen Wohnheim zusammen. Alles ist abgestimmt und festgezurrt: der Hilfeplan, die Zustimmung des Behinderten, ein Veto-Recht wird verweigert, anstatt dessen wird ein sofortiges Einverständnis erwartet.

Uns ist ganz grummelig zumute. Sollte dies so kommen: Demokratie sieht anders aus.

Sonntag, 18. Dezember 2011

ein turbulentes Wochenende

War das ein turbulentes Wochenende ! Wir wussten zwar, was auf uns zukommen würde, aber am Ende überschlugen sich die Ereignisse, geplante und ungeplante.

Vor fast zwei Monaten hatten sich Freunde, ein Paar aus Hamburg, angekündigt. Sie wollten Freitags bei uns ankommen, Samstags in aller Frühe mit einem Sonderzug „Rheingold“ der Deutschen Bahn nach Würzburg fahren, Samstag abends zu uns zurück und Sonntags nach Hamburg zurück. Letzten Montag meldete sich zusätzlich mein Vetter mit seiner Frau an. Er kommt aus der Heinsberger Gegend, wollte mit seiner Frau den Bonner Weihnachtsmarkt besuchen und zwei Stunden bei uns vorbeischauen. Wir hatten uns 7 Jahre nicht mehr gesehen.

Mittwoch:
Die Vorbereitungen für dieses besuchsträchtige Wochenende mussten schon beginnen, denn bei meiner Arbeit war jemand so verrückt gewesen, Freitags von 14-16 Uhr eine Besprechung anzusetzen. Normalerweise wäre ich freitags um die Mittagszeit nach Hause gekommen, hätte meinen Laptop mitgenommen, und bei dringenden Themen hätte ich entweder Freitags nachmittags meinen Laptop aufgebaut, oder Sonntags, wenn unsere Freunde aus Hamburg abgereist wären. Aus diesem Vorhaben wurde aber nichts, so dass ich Mittwoch Abend bis 21.30 Uhr unser Badezimmer putzen musste.

Donnerstag:
Abends wiederholte sich dieselbe Aktion, diesmal ein Stockwerk höher im Badezimmer der Kinder. Das Bad hatten die Kinder  – mild ausgedrückt – etwas vernachlässigt, so dass ich gegen die hartnäckigeren Varianten des Schmutzes rubbeln und schrubben und ankämpfen musste.

Freitag:

Vormittags:
8 Uhr: Ein Heizungsinstallateur traf ein, um sich mit einem Wasserrohrbruch an einem Zuleitung zum Heinzugskessel zu befassen. Dies war nichts spektakuläres, denn es tröpfelte ganz zaghaft und die Zuleitung lag frei. Nach etwa drei Stunden war das Thema erledigt, und besonders hatte ich mich darüber gefreut, dass sich für die Bezahlung unsere Wohngebäudeversicherung zuständig fühlte.
11 Uhr: Die Mutter der besten Freundin unserer Kleinen rief an, dass ihr Mann einen Verkehrsunfall gebaut hatte. Er war zwar nicht Schuld, aber Stoßstange und Motorhaube waren erheblich beschädigt. Meine Frau fuhr zu der Mutter, sie musste am Telefon noch Details mit ihrem Mann klären, dann fuhren die beiden zur Unfallstelle, an der das beschädigte Auto kurz später abgeholt wurde.

Abends:
17 Uhr: Ich kam zu Hause an und fuhr, ohne großartig meine Jacke auszuziehen, mit dem Auto einkaufen.
17:45 Uhr. Ich hatte gerade die Einkäufe bei LIDL beendet, da rief mich meine Frau an, ob ich unserem Sohn als nächstes eine Gyros-Pizza mitbringen könnte, er hätte den ganzen Tag nichts gegessen und wäre am Verhungern. Als ich mit der Pizza zu Hause ankam, hockte er auf unserer Couch, um das Kinn einen dicken Mullverband, dran geklatscht wie ein unpassender Klotz. Arbeitsunfall. Unser Sohn ist Auszubildender, er nimmt an einer überbetrieblichen Fortbildung in Köln-Ossendorf teil, und dort hatte ein anderer Auszubildender mit einem Werkstück aus Eisen herumgefuchtelt und ihn mit der spitzen Kante am Kinn getroffen. Es hatte wie wild geblutet, mit dem Taxi war er ins Krankenhaus gefahren, die Wunde war geklebt worden, danach hatte er sogar weiter gearbeitet. Nichts dramatisches, nur der Verband störte immens an dieser ungünstigen Stelle. Weil die Verarzterei über die Mittagspause geschah, hatte er den ganzen Tag nichts gegessen.
20 Uhr. Nach den Einkäufen, erstes Abendessen (Möhrengemüse mit Mettwurst) und zwei Back-Aktionen (Buttermilchbrot und Hefezopf) trafen unsere Gäste aus Hamburg pünktlich ein, trotz Sturm und Regen und Schnee im Bergischen Land.
21 Uhr: zweites Abendessen mit selbstgebackenem Brot. Der gemütliche Teil begann. Klönen, Quasseln, Lachen. Später werden mehrere Flaschen RIOJA geköpft. Wir feiern unser Wiedersehen bis mitten in die Nacht.

Samstag:

Vormittags:
7 Uhr: ich fuhr unsere Hamburger Gäste zum Bonner Hauptbahnhof, 7:30 Uhr Abfahrt des Sonderzugs „Rheingold“. Zu Hause, nach unserem Frühstück, ersten Teil unseres Käse-Sahne-Kuchens backen (Kuchenboden). Danach riefen wir unsere große Tochter an, wie sehr der gestrige Orkan in Freiburg gewütet hatte. Im Autoradio hatte ich in SWR1 (Rheinland-Pfalz, nicht Baden-Württemberg) gehört, dass von Kaiserslautern bis Landau der Zugverkehr zum Erliegen gekommen war. Nicht viel besser war es dem Autoverkehr durch umgestürzte Bäume ergangen. Davon hatte unsere große Tochter herzlich wenig mitbekommen, denn sie befand sich den ganzen Tag in einem Seminar in einem fensterlosen Hörsaal. Abenteuerlich war die Fahrt mit der Straßenbahn zur Uni hin und zurück, aber umgestürzten Bäumen oder herab gekippten Baugerüsten war sie nicht begegnet. Ebenso war sie nicht von herabfallenden Dachziegeln erschlagen worden. Heute Morgen schneite es sogar in Freiburg, und alles war leicht angezuckert. Beruhigt setzte ich die Putzerei fort, bis ich aus meinem Reinigungs-Drang herausgerissen wurde: aus dem Kinderzimmer hallte ein Schrei so laut wie eine Siredne, das Weinen war herzzerreißend und unsere Kleine hörte nicht damit auf. Wir trugen sie nach unten auf unsere Couch. Was sie getrieben hatte, war auf den Knien unübersehbar: geschwollen und blau angelaufen, war sie auf ihrem Hochbett herum geturnt und von der Holztreppe mit den Knien auf den Boden gestürzt. Wir kühlten mit blauen Kühl-Packs, sie trank und löffelte größere Mengen Arnika in sich hinein. Wir hatten Glück gehabt: sie beruhigte sich, bewegte später ihre Knie wieder. Nachmittags spielte sie wieder, Zwiegespräche mit ihren Puppen führend, wie wir es sonst kannten, in ihrem Kinderzimmer.

Mittags:
Der zweite Teil unseres Käse-Sahne-Kuchens (Kuchenboden teilen und Käse-Sahne-Füllung dazwischen streichen) geriet wegen des Sturzes unserer Kleinen aus dem Fugen. Da der Kuchen noch zwei Stunden im Kühlschrank verweilen musste, würde er erst gegessen werden können, wenn unser nachittäglicher Besuch bereits eingetroffen war.

Nachmittags:
Nachdem wir unser Mittagessen kurz in den Tagesablauf dazwischen geschoben hatten, stand auch diesmal unser Besuch pünktlich auf der Matte. Klönen, Quasseln, Lachen. Wir feierten unser Wiedersehen mit Kaffee und Kuchen. Bemerkenswert war noch, dass sie sich die attraktive Bonner Umgebung etwas ausgiebiger ansehen wollten und deshalb in der Jugendherberge in Bad Honnef übernachteten. Wenn wir dies besser koordiniert hätten, hätten sie sogar bei uns übernachten können, denn nachdem unser großes Mädchen in Freiburg studiert (und in Freiburg ist), steht ihr großes Kinderzimmer grundsätzulich frei.

Abends:
Wir konnten uns eine kurze Atempause gönnen, denn unsere Hamburger Freunde mussten erst um 22:36 Uhr vom Bonner Hauptbahnhof abgeholt werden. Zu Hause angekommen, wieder Klönen, Quasseln, Lachen und dabei RIOJA und Altenmünster genießen. Bis 2 Uhr in der Nacht.

Sonntag:
8 Uhr, das war eine seltene Uhrzeit, dass uns unsere Kleine so lange schlafen ließ. Meistens waren es 6 Uhr, spätestens 7 Uhr am Wochenende. Heute meinte sie es offenbar gnädig mit uns. Weil von unseren Hamburgern noch nichts zu hören war, kleckerte ich mit der Vorbereitungs des Frphstücks vor mir her. Draußen war übrigens das Freiburger Wetter von gestern zu uns gewandert: fröhlich tanzten die Schneeflocken vor sich hin, weiß waren die Dächer und unser Rasen. Nachdem unsere Hamburger Freunde sich zu uns bequemten, streckte sich das Frühstück bis in die Mittagszeit. Noch ein selbst gebackenes Brot essen, noch ein Kaffee, wir breiteten uns aus und genossen den Augenblick. Schließlich war es für uns beide eine ziemliche Weltreise nach Hamburg. Und ungewiss, wann wir uns wieder sehen könnten.

Gegen 14 Uhr Abreise. Ein letztes Winken. Ihr SAAB, der – sage und schreibe – über 400.000 km auf dem Buckel hatte, bewegte sich zögernd vom Fleck. Auf Richtung Hamburg.

Freitag, 16. Dezember 2011

Schnellbus 55


„Ist das der Schnellbus ?“ fragt die Mittvierzigerin mit dem Regenschirm in der Hand.
„Nein“ antwortet der Busfahrer.
Eigentlich ist diese Frage überflüssig, denn die übergroße Leuchtschrift zeigt auf der Frontseite unwiderruflich die Buslinie 550 an.
„Wann kommt der Schnellbus ?“
Der Busfahrer zuckt mit den Achseln.


Eine typische Szene ? Eher nicht, denn die Verspätungen des Schnellbusses halten sich derzeit in Grenzen. Vor einem Jahr herrschten aber zu bestimmten Abfahrtszeiten italienische Verhältnisse, denn dann kam der Schnellbus nach Lust und Laune oder er fiel ganz aus.

November bis Januar, in dieser dunklen Jahreszeit macht es mir keinen Spaß mehr, im Stockfinsteren mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren und wieder nach Hause zurück. Auf unbeleuchteten Passagen ist das Fahrradfahren bisweilen auch gefährlich, wenn Spaziergänger, Hunde oder Jogger aus dem Nichts auftauchen, so dass ich ihnen nur um Haaresbreite entweichen kann.

Im Schnellbus muss sich mein Körper und meine mentale Verfassung auf einen komplett anderen Rhythmus umstellen. Die Taktung von Bewegung, Sinne und Wahrnehmung wird durch die Abfolge von Bushaltestellen bestimmt, egal, ob der Bus steht oder fährt. Vieles geht gemächlicher ab. Erst warten, bis der Bus am Busbahnhof einfährt. Ist dieser nun eingefahren und zum Stillstand gekommen, mutieren manche Busfahrer zum Genießertypen. Sie schwelgen in einer bierseligen Ruhe, steigen aus, verschließen sämtliche Bustüren, verschwinden im Schneckentempo und lassen die Fahrgäste stehen und fleißig schmoren. Eine Zigarettenlänge später kehren sie dann mit einem Pappbecher Kaffee zurück, damit man schlussendlich einsteigen kann.

Ein Glück, dass ich am Busbahnhof, der ersten Haltestelle, einsteige, denn dort habe ich noch die freie Wahl des Sitzplatzes. Gerne verkrümele ich mich auf den hinteren Sitzbänken, um ein Buch oder eine Zeitung auspacken. Dies ist durchaus eine der Vorzüge des Busfahrens: die Zeit zum Lesen. 

Sitzen, vor mich hergucken, in Buch oder Zeitung herumschmökern. Der Rhtyhmus des Busfahrens ist mehr an Zufälle gekoppelt als an eine regelmäßige, fortschreitende Bewegung. Im Stadtgebiet stolpert der Bus eher nach vorne: immer wieder bremsen, Ampel stehen auf Rot, Vorwärtsbewegung, dies abschnittsweise, denn Beschleunigungsmanöver werden ständig unterbrochen durch rote Bremslichter im voraus fahrenden Verkehr. An den Haltestellen, nachdem die Fahrgäste eingestiegen sind, verzögert sich die Abfahrt schon mal ins Unermessliche, wenn der Fahrscheinverkauf zu einer riesengroßen Aktion ausartet.

Neben Verspätungen ist das schlimmste, wenn die Heizungen nicht funktionieren. Bei einer regnerischen und muddeligen und milden Witterung wie heute lässt sich dies ertragen, doch wenn draußen die Temperaturen mit etlichen Minusgraden in den Keller stürzen, wird dies zu einem echten Problem. Bibbern und Zittern ist da angesagt, und mit Schal, dicker Jacke, Fausthandschuhen und Ohrwärmern muss ich mich gegen die sibirische Kälte so einpacken, als ob ich mit dem Fahrrad unterwegs wäre. Die ganzen Fensterscheiben sind dann eingehüllt in eine Dekoration von Eisblumen. Das macht überhaupt keinen Spaß und ich komme mir von der Außenwelt isoliert vor wie in einem Gefängnis.

Wenn der Bus das Stadtgebiet verlassen hat, beeilt er sich ordentlich und wird (hurra !!!) zu einem Schnellbus – mit dem Komfort einer eigenen Busspur. Konzentration und Lesen fallen mir leichter, wenn sich die Fahrgäste nicht hektisch hin- und herbewegen und mit dem Blick auf das Display ihres Smartphones in sich ruhen. Die Dunkelheit draußen hat dann nichts lähmendes mehr, wenn die Lichter der Straßenlaternen als Punkte vorbei fliegen. Die Busfahrt gewinnt an Fluss und Kontinuität. Ich komme zum Lesen: „Die Hirnkönigin“ von Thea Dorn, und Seite für Seite blättere ich vorwärts.

An der großen Kreuzung kommt vor der roten Ampel die Blechlawine zum Stillstand. Wenn die Ampel auf Grün umspringt, wird die sich die Busfahrt fortsetzen. Ich freue mich auf zu Hause.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Greulich-Wichteln


Er war eine schlechte Imitation des Weihnachtsmanns, der an unserem Tisch vorbei schritt. Der weiße Bart saß zu locker, die rote Mütze schlabberte ins Gesicht hinein, der rote Mantel tropfte bis auf den Boden hinunter. Er steuerte auf den Ecktisch in diesem Keller zu, und danach konnte ich nur bruchstückhaft erkennen, was geschah, denn ich saß am Ende unseres Tisches und meine Kollegen verdeckten mir die Sicht. In einem Restaurant am Kölner Heumarkt feierte ich mit meinen Arbeitskollegen unsere Weihnachtsfeier.

Jedenfalls stellte der Weihnachtsmann einen Sack voller Geschenke auf den Tisch, reihum nahm jeder ein Geschenk heraus, viele drucksten beim Öffnen des Geschenks herum. Schließlich Gelächter, Kommentare und lautstarkes Lamentieren. Die einzelnen Geschenke konnte ich nicht erkennen, aber das Ritual sah danach aus: Greulich-Wichteln.

Ich erinnerte mich, dass wir vor neun Jahren mit unseren Arbeitskollegen auf diese Art ebenso unsere Weihnachtsfeier gestaltet hatten. Unsere damalige Chefin hatte diese Tradition mitgebracht. Da sie uns im Jahr danach verlassen hatte, blieb es bei diesem einen Mal.

Das Wichteln kannte ich von meinem Schwager, in seinen Behinderten-Gruppen. Beschaffen musste dieses Wichtel-Geschenk meine Frau. Jedes Jahr zerbrach sie sich den Kopf, was man mit möglichst wenig Geld möglichst einfallsreich besorgen konnte. Dies wurde dann in unsere Weihnachtseinkäufe hineingetaktet. Zwischen irgendwelchen Sonderangeboten schafften wir es dann, eine DVD, einen Kalender oder als Präsent verpackte Süßigkeiten zu kaufen. Was mein Schwager dann zurück geschenkt bekam, war mehr als mickrig: oft waren es Tassen mit unterschiedlichsten Motiven – Weihnachtsmänner, der Kölner Dom oder anderer Krimskrams.

Greulich-Wichteln, bei unserer Weihnachtsfeier vor neun Jahren hatten wir reichlich Spaß. Das waren prickelnde Momente voller Anspannung, wenn die Losnummern gezogen wurden, die Geschenke aus dem Sack herausgenommen wurden und – die Anspannung stieg ins Unerträgliche – geöffnet wurden. Das Spektrum der Reaktionen war sehr breit gefächert. Es reichte von Zustimmung über Zerknirschtheit, Entsetzen, Meckern, Kopfschütteln bis hin zu Ekel, Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit. Die anderen, die beim Auspacken zugeschaut hatten, krümmten sich vor Lachen, sie jaulten, sie konnten nur noch wegschauen oder sie bedauerten den Beschenkten und zeigten ihr Mitgefühl. 

Ich erinnere mich nur an wenige konkrete Geschenke vor neun Jahren. Es waren in jedem Fall mehrere Geschenke in grässlichen Farben oder unpassende Motiven dabei. So etwas wie eine Obstschale mit knallgelbem Rand. Oder eine Tasse mit Halloween-Motiv, so dass man beim Trinken direkt in die Fratze eines Halloween-Gesichtes hineinschaute.

Eine CD mit deutschen Schlagern war auch dabei, ich meine, es wäre Andrea Berg gewesen. Für solche Fälle konnte noch getauscht werden. Bei uns gab es nämlich eine Kollegin, die Andrea Berg mochte. Zum Schluß blieben diejenigen Kollegen, die die hässlichsten Geschenke gezogen hatten, darauf sitzen.

Und was hatte ich geschenkt bekommen ? Ich gehörte zu den Glücklichen, denn das Geschenk hat bis heute einen wohlbehüteten Platz in unserem Haus bekommen. Es war ein Bild, etwa so groß wie eine Ritter-Sport-Schokolade, in einem dunklen Holzrahmen mit einer Landschaft voller Wald und einem Bach, der in der Mitte daher floß. Barbie-Puppen haben ja einen Sinn für Schönheit, also auch für Malerei. Ein so schönes Gemälde gehört in das Barbie-Puppenhaus.

Köln, Zülpicher Straße

Wie oft war ich dort früher entlang gelaufen ? In der 80er Jahren hatte ich sechs Jahre in Köln gewohnt. Vom Bahnhof Köln-Süd bis zum Zülpicher Platz, das war ein bequemes Stück zu Fuß über die Zülpicher Straße, nicht weit weg vom Herzen Kölns und dem Einflussbereich der Universität, denn in dieser Zone zwischen Bahndamm und Hohenstaufenring prägten die Studenten das Straßenbild. Heute ging ich seit langem dieses Stück wieder zu Fuß.

Was war von früher noch geblieben ? Unbeschreiblich viel, denn früher und heute war es faszinierend, auf so engem Raum in eine solche Vielfalt von Kneipen eindringen zu können. Das Innenleben der Kneipen war stets einfallsreich: in der einen Kneipe baumelten an der Decke Netze und Kleiderbügel, in der anderen begegneten einem ausgestopfte Tiere, in einer Kneipe in einer Seitenstraße wurden nur Vinylplatten gespielt – im Zeitgeist der 70er Jahre. Kwartier Latäng nannte sich eine Kneipe, eine Lobeshymne auf Kölsch an das kulturelle und bodenständige Viertel in Paris. 

Als ich in Köln gewohnt hatte, hatte mich diese Kneipenvielfalt magisch angezogen. Zugegeben, sie tat es heute noch. 

In den 80er Jahren hatte ich festgestellt, dass ich in der Dynamik der Großstadt angekommen war. Gruppen und Grüppchen frequentieren die Kneipenszene, man blieb anonym. Eine richtige Stammkundschaft fand man dort nicht, vieles blieb unverbindlich, schwammig, oberflächlich. Tiefergehende Kontakte hatte ich während meiner sechs Kölner Jahre dort nie knüpfen können. 

Zu dieser Zeit war ich gerne tagtäglich die Zülpicher Straße rauf und runter gegangen, um in kreativer Umgebung vor dem Zubettgehen ein Bier zu trinken. Nach draußen gehen und diese Vielfalt von Leuchtreklamen auf mich wirken lassen. Soul Bar, Cuba Bar, Spielhöllen, mit dieser Menge von Lichtern und Leuchtreklamen war es ein Abklatsch auf die Reeperbahn – aber vollkommen sauber, ohne Sex, Drugs and Rock’n’Roll. So war ich richtig gut drauf.

Kein Zweifel, die Zülpicher Straße konnte mitten im Trubel der Großstadt neue Akzente setzen: mein heutiger Gang führte an der Filmdose vorbei, auf dessen Bühne die Entertainer Ralf Morgenstern und Dirk Bach ihre Karriere begannen. Dann das Off Broadway, ein alternatives Szene-Kino, das einzige in der Umgebung, welches originale Filme in Englisch oder Französisch mit Untertiteln zeigte. Ein Stück dahinter, prangerte in einer Pizzeria an der Wand ein Flachbildschirm, fast so groß wie ein Wohnzimmerschrank. Bundesligaspieler kickten sich den Ball zu, so dass man meinte, man wäre am Tisch mit dem servierten Essen direkt Live im Stadion anwesend. Zwischen der intensiven Kneipenlandschaft herrschte auch Verfall: um ein leerstehendes Ladenlokal hatte sich niemand mehr gekümmert, Plakate verrammelten die Fensterscheiben, auf heruntergelassenen Rolläden waren Graffitis schlecht gesprüht, aus denen sich mit viel Phantasie Gesichter interpretieren ließen. Die Fast-Food-Gastronomie war hier kräftig expandiert. Asiatisch, griechisch, marokkanisch, alles kreiste irgendwie um Falafel, den man an jeder Straßenecke bekam, und es kam mir vor, dass dies das Nationalgericht auf der Zülpicher Straße war.

Eine Konstante, an der sich nichts verändert hatte, war Gilberts Pinte. Unverrückbar, lud der geschwungene und gelb beleuchtete Schriftzug zum Eintreten ein. Eingang und Fenster waren eingerahmt zwischen hervorstehenden Wandelementen und einem verspielten Balkon. Mit dem weißen Anstrich wirkte die Fassade jung und frisch wie früher. Direkt auf die Straßenecke der Roonstraße zulaufend, fiel man geradezu in das Lokal hinein.

Der Zülpicher Platz, dort wollte ich mit der Straßenbahn weiterfahren. Dem Platz mit dem Chor zugewendet, wirkte die Herz-Jesu-Kirche wie ein Fremdkörper in dieser Kneipen- und Vergnügungslandschaft. Zudem war die Kirche gnadenlos zwischen Hauptverkehrsadern eingezwängt, auf denen unerbittlich der Verkehr rollte. Barbarossaplatz, Zülpicher Platz, Roonstraße, Zülpicher Straße, bis tief in die Nacht würde das Leben in den Straßen pulsieren. 

Meine Straßenbahn nahte. Die Linie 9 rauschte weiter hinein, in das pulsierende Leben von Köln.

Montag, 12. Dezember 2011

ein Stern für ein aufgeräumtes Zimmer

Letzten Samstag haben wir nicht anderes geschafft, als das Kinderzimmer unseres kleinen Mädchens aufzuräumen. Ein hartes Stück Arbeit.

Einmal alles komplett ausräumen und wieder einräumen. Alle zusammen haben wir gefühlte Tonnen von Puppen und Kuscheltieren mit der dazugehörigen Bekleidung, Möblierung und was sonst an kleinen nützlichen Dingen benötigt wird, herausgeschleppt.

Wir wollten das erledigen, was bei einem voll gestellten Kinderzimmer nie zu schaffen ist. Fenster putzen. Fensterbänke wischen. Boden staubsaugen und wischen. Bücher ausräumen und Regale wischen. Bei einer Gardine war eine Innenlauf-Rolle gerissen. Ich fuhr zum Raumausstatter-Geschäft, eine neue Innenlauf-Rolle besorgen, Gardine abhängen, mit neuer Innenlauf-Rolle wieder einhängen.

Um das Hochbett abzutrennen, hatten wir einen Vorhang aus einem blaugeblümten Muster genäht, der an den Enden des Hochbetts herunterhing. Dort war es aber bei zugezogenem Vorhang dunkel, und eine Lampe konnten wir nicht anschließen, weil sich die Steckdose hinter dem Bettrahmen versteckte. Nun konnten wir ihr Hochbett von der Wand wegrücken und ihre Lillifee-Lampe anschließen, die unbenutzt auf der Fensterbank stand. Mit Licht, hinter zugezogenem Vorhang, würde die Kuschel- und Puppenecke noch romantischer werden !

Eine Zerreißprobe für die Geduld war all der Kleinkram. Dafür hatten wir eigentlich diverse Dosen und Kartons vorgesehen, in denen aber entweder Falsches oder gar nichts sortiert war. Die wendigen und geschickten kleinen Finger unseres kleinen Mädchens halfen uns zwar, beispielsweise Puppengeschirr, Schuhe oder modische Accessoires von Barbie-Puppen einzusortieren. Doch es war eine fürchterliche Aktion, denn ständig stießen wir auf Teile, die nicht zusammengehörten, Kleinteile aus Überraschungseiern mussten wir wegwerfen, weil sie nicht mehr zusammenhielten. Gebasteltes aus dem Kindergarten entsorgten wir, weil man nichts mehr damit anfangen konnte. Schnipsel von Papier oder Barbie-Puppen, von denen die Arme abgefallen waren, warfen wir in den Müll. Häufig schimpften wir oder fluchten vor uns hin, um diesen Berg von Kleinteilen abzuarbeiten.

Zwischen den Kinderbüchern stießen wir sogar auf Nützliches. Es war ein Weihnachtsgedicht, welches uns eine angenehme Pause bescherte:

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rot gefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh …

Und wir entdeckten ein Plakat mit den Buchstaben von A-Z, die unsere Kleine nun in der Schule lernte. Mit einem A und einem eingezeichneten Affen begann das Plakat und es endete mit einem Z wie Zebra; mitten auf die Türe platziert, würde sie nun quasi als Nebeneffekt beim Spielen lernen können.

Die ganze Aktion war zäh und kam nur in Trippel-Schritten vorwärts. Alles wieder einräumen und neu sortieren. Es wurden nur noch Bücher einsortiert, die ihrem Alter entsprachen. Die Kuscheltiere fanden sich im Bücherregal wieder. Die Barbie-Puppen-Pferde und die Kiste mit Puppenkleidern wurden Platz sparender untergebracht, neben der Kiste mit den Lego-Scala-Puppen und unter dem Barbie-Puppenhaus. Rucksäcke schafften wir in unser Schlafzimmer. Geschafft war die ganze Aktion gegen 19 Uhr. Wie ein Kaugummi, hatte sich die Aufräumaktion zu einer tagesausfüllenden Beschäftigung in die Länge gezogen.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Übersichtlich und frei war das Kinderzimmer, freie Laufwege zu den wichtigsten Dingen: zum Hochbett, zum Regal, zum Barbie-Puppenhaus, zu der Kuschel- und Puppenecke unter dem Hochbett, zum Fenster, vom Hochbett weg, wenn unsere Kleine die Rutsche hinunter gerutscht war.  

Das Kinderzimmer war bereits mit einem Stern für ein aufgeräumtes Zimmer ausgezeichnet worden – zuletzt hatte die Unordnung ein wenig Überhand genommen, doch heute hatten wir uns diesen Stern mit viel Hartnäckigkeit, Ausdauer und Geduld zurück erkämpft.