Samstag, 25. Februar 2012

Wochenrückblick #8

Schwimmkurs
Unser kleines Mädchen hat einen Schwimmkurs belegt und vorletzten Samstag waren wir das erste Mal im Hallenbad schwimmen (45 Minuten). Ein junger Bursche, vielleicht Mitte 20, leitet den Schwimmkurs. In dem Kurs sind 6 Jungs und 2 Mädchen. Da die Jungs überwogen, wurde auch getobt und mit Wasser herumgespritzt, so dass der junge Bursche diese in ihrem Übereifer stoppen musste. In der Abfolge bauten die Übungen schön aufeinander auf. Zuerst nur im Wasser gehen, dann mit einer Schwimmnudel gehen und an einen anderen übergeben; dann mit einem Schwimmbrett sich im Wasser vorwärts bewegen und Schwimmbewegungen mit den Füßen machen; dann dasselbe mit Schwimmbrett plus Schwimmnudel; zum Schluß ins Wasser springen, davor hatte unser Mädchen die meiste Angst, denn Herumspitzen und dergleichen mag sie überhaupt nicht. Der Schwimmkurs hat ihr Spaß gemacht, und zum Schluß hatte ich Mühe, sie in die Umkleidekabine hinein zu bekommen. Nachdem wir zu Hause angekommen waren, hat sie uns bereits ein paar Stunden später gefragt, wann das nächste Mal der Schwimmkurs stattfindet.

Im Fernsehen
Im WDR-Fernsehen wurden letzten Mittwoch die 20 beliebtesten Kabarettisten aus NRW gezeigt. Bemerkenswert war für uns, dass mehrere Kabarettisten gezeigt wurden, die regelmäßig auf Kleinkunstbühnen im Raum Köln/Bonn auftreten. Gesehen hatten wir von diesen Kabarettisten Jürgen Becker (den ich mit seinen bodenständigen Kölner Wurzeln, seinem Witz und seinem Allgemeinwissen exzellent finde). Volker Pispers und Anka Zink treten zwar regelmäßig in unserer Region auf, ich hatte sie aber in der Vergangenheit nicht zuordnen können (die sind klasse, da wollen wir unbedingt hin !). Ein besonderes Augenmerk widmete ich Hanns-Dieter Hüsch (gestorben 2005), der ausgiebig den Menschenschlag des Niederrheiners beschrieb. Er kabarettierte wie folgt: Der Niederrheiner hat den Kopf voller Fetzen, er weiß aber nicht, wie diese zusammenpassen. Der Niederrheiner hat Wissenslücken, er zieht dann Kreise um diese Wissenslücken. Er wartet ab, was andere denken. Mit dem richtigen Wissen der anderen weiß er dann, diese Wissenslücken aufzufüllen. Der Niederrheiner weiß nichts, er kann aber alles erklären. Wenn man ihm etwas erklärt, versteht er es nicht, er findet es aber logisch. Wieso es logisch ist, versteht er auch wieder nicht. Er will aber alles in Frage stellen. In dieser Hinsicht stellt der Niederrheiner eine spezifische Ausprägung des Rheinländers dar, der dies mit einem Satz auf den Punkt bringt: Wat soll dä Quatsch ?

Karnevalsorden aus Maastricht

Als meine Frau mit ihren beiden Freundinnen an Weiberfastnacht die Kölner Altstadt unsicher gemacht hatte, hat sie Jecke aus Maastricht in den Niederlanden getroffen, die ihr einen Karnevalsorden aus Maastricht (=Mestreech)  geschenkt haben. Da fühle ich mich sogar geehrt, denn Maastricht ist im weiteren Umkreis meine absolute Lieblingsstadt und ich bin geradezu vernarrt in diese Stadt. Das Logo meines Blogs habe ich übrigens in Maastricht fotografiert. Meistens schaffe ich es, einmal im Jahr nach Maastricht zu kommen, das 30 km westlich von Aachen hinter der niederländischen Grenze liegt. Von der Atmosphäre mit all den Straßencafés, so wie sie auf dem Logo zu sehen sind, bin ich hingerissen. Zudem kenne ich kaum eine Stadt mit einer solchen umfassenden und harmonischen Altstadt, die samt Festungsmauern so erhalten ist. Grau ist der dominierende Farbton in Maastricht, das ist aber ein sehr weiches Grau mit ganz vielen weißgestrichenen Hausfassaden und sogar Fassaden aus der spanischen Epoche (16. Jahrhundert) dazwischen. Der Karnevalsorden aus Maastricht wird in unserem Hause einen Ehrenplatz erhalten ….

Russland

Vom Rheinland aus begeben wir uns gelegentlich zu unseren westlichen Nachbarländern, namentlich in die Niederlande, nach Belgien und auch nach Frankreich. Somit glaube ich ein wenig, diese Nachbarländer verstehen zu können. In dieser Woche nun begegnete uns Russland aus verschiedenen Perspektiven. Die erste Begegnung kam in der Fernsehsendung „Wissen mach Ah!“. Die schönen Seiten Moskaus wurden gezeigt, vor allem schöne Gebäude im Stalinistischen „Zuckerbäckerstil“. Das sah prächtig aus, und unvermittelt dachte ich an andere europäische Metropolen wie Berlin oder Paris. Dann habe ich in dieser Woche den Roman „Lautlos“ von Frank Schätzing zu Ende gelesen. Dort wurde Russland als Land von Terroristen beschrieben: aus Russland wurde eine Laserwaffe nach Deutschland geschmuggelt, womit ein Attentat auf einen Politiker verübt werden sollte. Auf deutschem Boden prügelte später ein russischer IT-Spezialist einen unschuldigen deutschen Lektor tot. Als drittes erinnerte ich mich an diese Matroschkas, die in unserem Wohnzimmerschrank stehen. Wunderschön bemalt sind sie. Das Spannungsfeld des Staates Russland empfinde ich als riesig, vor allem, ich kann es nicht einordnen, weil ich fremde Nationen östlich von Oder oder Neiße nie kennen gelernt habe. Hat jemand von euch Bloggern Erfahrungen mit Russland gemacht ?

18. Geburtstag
Unser Sohn hat genau am Karnevals-Sonntag seinen 18. Geburtstag gefeiert. In diesem Jahr hat er sich so zurückgezogen, dass er gar nichts gefeiert hat (nur Kuchen Essen mit uns allen zusammen; Morgen gehen wir im Restaurant essen). Dabei hätte ihn es keinerlei Mühe gekostet, andere zum Mitfeiern zu finden. Am Karnevals-Sonntag hätte er nämlich nur in eine Kneipe gehen brauchen und sagen müssen, dass er 18 geworden ist. Jedenfalls konnten wir in Ruhe schlafen, weil er dies nicht getan hat. Dann hätte die Gefahr bestanden, dass er bis weit in die Nacht hinein abgesoffen wäre.

Beinahe-Unfall

Als Fahrradfahrer habe ich mich daran gewöhnt, dass an bestimmten Stellen Autofahrer Fahrradfahrer schlichtweg übersehen. An diesen neuralgischen Stellen achte ich genau darauf, wie die Autofahrer sich verhalten, um gegebenenfalls trotz Vorfahrt anzuhalten. An dieser neuralgischen Stelle auf dem Foto, an der der Radweg auf der linken Seite die Abbiegespur nach rechts kreuzt, träumte ich ausnahmsweise vor mich hin. So wie auf dem Foto zu sehen, bog ein Auto nach rechts auf die Abbiegespur. Es war ein Mercedes, der mein Vorurteil gegen diesen Autotyp bestätigte und mit Stern und eingebauter Vorfahrt ungebremst weiterfuhr. Im letzten Moment hat er doch noch bemerkt und machte eine Vollbremsung. Ich sah mich bereits auf seine Windschutzscheibe poltern, und in einem Reflex machte ich genauso eine Vollbremsung. Mit meinem Vorderrad stieß ich mit seinem hinteren Seitenteil zusammen. Glücklicherweise war nichts passiert, nicht einmal ein paar Schrammen hatte ich abbekommen. Da hatte ich Schwein gehabt. Sonst säße ich nicht hier und könnte keinen Blog schreiben.

Kommentare:

  1. Schwimmkurse mit meiner Tochter waren stets der Hit....nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil mein inneres Kind dadurch aktiviert wurde bzw. wird. Höchste Zeit, dass ich wieder mal so etwas mache! LG; Peter

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  2. Schwimmkurs, ach wie süß du das beschrieben hast. Lil' Ben sprang seinerzeit einfach ins Becken und tauchte fortan durch's Wasser. Irgendwann hat er dann aber wohl doch bemerkt, dass es mit Kopf über Wasser besser geht :)

    Herzlichen Glückwunsch an den Sohn :)

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  3. ich erinnere mich an meinen Schwimmkurs als Kind. Ich hatte auch Angst ins Wasser zu springen - und war wahnsinnig stolz als ich den ersten Sprung gewagt hatte. Ich denke heute noch gerne an meinen Schwimmkurs zurück. Ich wünsche eurer Kleinen weiter viel Spaß im Wasser.

    Hanns-Dieter Hüsch - da fallen mir Texte ein die ich sehr gerne gehört habe - ist halt schon einige Zeit her ;-)
    http://www.youtube.com/watch?v=S0SwV88FMRY&feature=related

    Ich gratuliere eurem Sohn nachträglich ganz herzlich zum 18. Geburtstag.

    Liebe Samstagabendgrüße von Heidi-Trollspecht

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  4. Hej Dieter,

    den Volker Pispers sehen wir uns hier auch gerne an. Wir haben Deutsches Fernsehen nur über das Internet, d.h. Nachrichten (fast live) und Podcast-Sendungen. Da gibt es ganz prima Sachen.
    Ich finde es auch interessant hier bei Dir zu lesen, das ist "Leben in Deutschland", sehr gut nachvollziehbar beschrieben und so fremd ja auch noch nicht.

    mit einem Gruß an den Rhein
    Beate

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  5. Hier gibt es heute ja richtig etwas zu feiern...

    Herzlichen Glückwunsch eurer kleinen Tochter zum bestandenen Schwimmkurs. Das ist wieder so ein kl. Meilenstein im Leben eines Kindes und auch eurem großen Sohnemann gratuliere ich zum großen Meilenstein......endlich volljährig, ein ganz besonderer Tag. :-)

    Bezüglich des Unfalls hattest du wirklich Glück gehabt. Ein Glück, dass es so glimpflich für dich ausgegangen ist.

    LG Christa

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