Samstag, 1. November 2014

Drei Mann in einem Boot

Mit seinen Filmen bin ich groß geworden. Natürlich die Autofahrer, der letzte Fußgänger oder Willy Winzig, Heinz Erhardt war wahrscheinlich einer der besten Schauspieler und Komiker aller Zeiten. Seine Filme aus den 1960er und 1970er Jahren habe ich verschlungen, sie sind bis heute Kult. An seine Komik, seine Kunst, mit Worten zu jonglieren, seine knochentrockene und gleichzeitige lustige Art, ist bis heute niemand heran gekommen. In dem Film „Drei Mann in einem Boot“, 1961 gedreht, haben sich die nicht weniger exzellenten Schauspieler Walter Giller und Hans Joachim Kulenkampff dazu gesellt und einen Film gedreht, der eine solche unbeschwerte und natürlich Komik beinhaltet, die es heutzutage nur noch selten gibt. Die drei Männer sind ihrer Frauen und Partnerinnen überdrüssig. Um ihren weiblichen Launen zu entfliehen, mieten sie sich ein Motorboot und fahren vom Bodensee über den Rhein bis nach Amsterdam. Die drei sind eine verschworene Gemeinschaft, machen ständig Unsinn und wehren sich als gestandene Männer gegen das Erwachsensein. Dabei spielt eine längere Szene am anderen Rheinufer von Königswinter. Ich habe mich auf Spurensuche gemacht nach den Drehorten, die im Stadtgebiet von Bonn-Mehlem ganz dicht beisammen liegen.


Die drei Männer, die in dem Film Jo, Georg und Harry heißen, fahren mit der Fähre von Königswinter auf die Bonner Rheinseite.



Die Fähre fährt auch heute Autos, Fußgänger und Radfahrer von einer Rheinseite auf die andere. Da der Verkehr zugenommen  hat, hat sich in demselben Ausmaß die Rheinfähre vergrößert.


Die drei Männer sitzen (mit der Herzensdame von Walter Giller) in einem Biergarten und haben einen wunderschönen Ausblick auf den Drachenfels.


Genau diese Position mit dem dazugehörigen Blick auf den Drachenfels habe ich ausfindig gemacht.


Um das Restaurant zu finden, habe ich mich allerdings schwer getan. Dieses hübsche Weinlokal  ist es nicht, obschon man von dort aus genau diesen phänomenalen Blick auf den Drachenfels hat.




Um das richtige Lokal aus dem Film zu finden, musste ich im Internet recherchieren. Die  Internet-Homepage  http://www.hg-i-did-it-my-way.de/my_way.3.html#My%20Way hat mich auf die Spur von „Dieckmanns Rheinterrassen“ gebracht, wo sich eindeutig der dazugehörige Biergarten befunden hat. Aus „Dieckmanns Rheinterrassen“ ist das Restaurant „Kleinpetersberg“ geworden. Wenn ich mir das heutige Aussehen des Restaurants betrachte, muss dieses mehrfach umgebaut worden sein, vielleicht sogar abgerissen und neu gebaut.



Ich bin etwas entsetzt, welch schmuckloser Bau „Dieckmanns Rheinterrassen“ ersetzt hat.
In dem Film „Drei Mann in einem Boot“ werfen die Darsteller einen Blick auf Königswinter auf dem anderen Rheinufer.


Auch Königswinter hat sich grundlegend verändert. So hat in dem Film Königswinter auf der anderen Rheinseite ausgesehen.



Nunmehr ist das Rheinufer fast nahtlos zugebaut und wird dominiert von Hotels.

Youtube sei Dank, dass man sich 15 Minuten des Films ansehen kann. Nach sechs Minuten laufen ungekürzt diejenigen Szenen, die ich eben beschrieben habe.


Kommentare:

  1. Hallo Dieter, diesen Post finde ich sehr interessant! Mal abgesehen davon, dass auch ich die Filme mit Heinz Erhardt bis heute liebe... finde ich Deine Spurensuche toll. Was Du Dir für Mühe machst... naja, hast ja Bonn quasi vor der Haustür..
    Ich finde es spannend, zu sehen, wie sich die Gegend, die Städte, die Dörfer im Laufe der Zeit verändern... Danke für's zeigen und für's Erinnern an Heinz Erhardt.
    LG Marita

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  2. Da hatten der Herr K. und ich jetzt eine ganz neckische Viertelstunde dank Youtube! Als alte alte Kreuzfahrer auf dem Mittelrhein im Allgemeinen und in Godesberg im Besonderen war das ein ganz besonderer Spaß, ebenso deine Spurensuche. An die Lokale dort erinnere ich mich nur zu gerne, denn dort haben wir schon viele Feste gefeiert. Den "Kleinen Petersberg" kennen wir allerdings nicht ( scheint ja auch nicht schade zu sein ).
    Einen schönen Sonntag ( weiterhin am Rhein? )!
    Astrid

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  3. das ist ja eine tolle Idee auf so eine Art Spurensuche zu gehen.
    Da war ich jetzt auch sehr gerne dabei :-)

    Lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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  4. Finde ich auch eine klasse Idee so auf Spurensuche zu gehen. Hast du echt klasse gemacht und war interessant diese Unterschiede auch gleich sehen zu können^^ Kenne den Film auch noch zu gut umd mit Heinz Erhardt kann ich dir nur zustimmen. Ich fand ihn auch genial, und an ihn denkend sehe ich dann auch immer den Sketch zusammen mit Rudi Carell wo sie Regen- und Sonnenlieder trällern :-))))

    Wünsche dir einen schönen Sonntag und sende herzliche Grüsse

    N☼va

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  5. Hallo,
    prima, wenn du auf Spurensuche warst. Ich mochte den Kulenkampff, war so ein wenig ein Schwarm von mir. EWG usw.
    ein Sendung, die mir immer sehr gut gefallen hat.
    Walter Giller, er war immer so der Clown ein wenig und Heinz Ehrhardt ein Vollblutkomiker. Das war halt noch was.
    Mit lieben Grüßen Eva
    Jaaaa schön war die Zeit. :-))))

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  6. Lieber Dieter, herzlichen Dank für deinen Kommentar! Schön, wenn man seine Heimat so liebt und darüber berichtet! Deutschland ist schön, hat soviel zu bieten! Dein Rheinland mag ich auch! LG Lotta.

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  7. Prima Idee, Dieter (ich mag diese biederen Komödien bis heute, ist so herzerfrischend). Damals bin ich auch auf Spurensuche gegangen, nicht hier bei uns in der Heimat, literarisch: THREE MAN IN A BOAT - Jerome K. Jerome, liest sich vergnüglich, hier hat auch der Hund noch eine tragende Rolle. Bitte weiter so, das ist Dir sehr gelungen und hat dieses "Ach ja stimmt, das war ja ..."-Gefühl wieder hervorgezaubert.

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  8. Sehr schön Deine Suche nach den Orten aus den Filmen. Die Veränderungen in der Zeit bis heute ist
    nicht immer schön aber manchmal notwendig. Heinz Erhardt ist natürlich bekannt sowie auch die anderen
    aus den alten Filmen.

    Gruß
    Noke

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  9. Oh weia, ich glaube, ich kenne den Film gar nicht, wohl aber die Romanvorlage 'Three men in a boat'. Toll, deine Spurensuche und enttäuschend der Fund. Das 'Weinhäuschen' allerdings ist ein wunderbares Restaurant: österreichische Küche, alles sehr lecker. Höchst empfehlenswert.
    LG, Ingrid

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  10. Ich liebe Heinz Erhardt, seine Filme und Gedichte!!! Alles schon lange her.Danke für deine Mühe, die Stätten von damals aufzusuchen. Es ist wirklich schön, das Rheinland! LG Martina

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  11. den Film kenne ich auch und dort sass ich auch schon es ist eine wunderschöne Gegend.. toll!
    Lieben Gruss Elke

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  12. Ist es nicht die Herzensdame von Kulenkampf?

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  13. Obwohl der Film ein Jahr älter ist als ich, zählt er zu meinen Lieblingsfilmen. Dieses Ambiente der ausgehenden Wirtschaftswunderzeit hat mich schon immer fasziniert. Weil mir der Film so gefällt, habe ich mit meiner Familie einmal einen mehrtägigen Campingbusausflug den Rhein entlang gemacht, und habe zwischen Mainz und Köln diese Stätten aufgesucht, die im Film markant hervorgehoben sind. Früher hatten wir schon die Bodensee-Orte abgeklappert.
    Ich hatte vorher auch nach Diekmanns Rheinterrassen geforscht und im Internet einen Koch kennengelernt, der damals dort gearbeitet hat. Wenn ich mich richtig entsinne, sagte er, dass die Rheinterrassen Anfang der achtziger Jahre komplett abgerissen wurden und das heutige Restaurant Kleinpetersberg erbaut wurde.
    Wir aßen dort zu Mittag und fanden das Restaurant ganz gut.

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