Sonntag, 15. April 2012

Wochenrückblick #14/15

Dragonball
In seiner Zimmer verbarrikadiert sich gerne unser Sohn und genießt dort Computerspiele wie  Ratchet & Clank, Star Wars Battlefield, Assassine Creek usw.  Letzten Freitag war er stolz darauf, dass er von einem Freund einen Kinofilm als DVD ausgeliehen hatte und diesen Film wollte er uns geren auf unserem Fernseher zeigen. „Dragonball“ hieß dieser Kinofilm, und der Freitag Abend, der ansonsten Krimiabend war – der Alte, SOKO Leipzig oder Tatort – wurde nun zum Zeichentrick-Abend mit japanischen Mangas. Mangas waren wir durchaus bekannt– mit ihren Ecken und Kanten und den unverkennbar japanischen Augen, so wie die Figuren gezeichnet waren. Beim Betrachten des Films wurde mir entsetzlich klar, wie weit diese Zeichentrick-Welt von denjenigen Filmen entfernt war, die mich interessierten. Monster wollten die Erde erobern, Zombies drohten die Oberhand zu gewinnen.  Blitze schnellten auf, mit magischen Kräften kämpften Erdbewohner und Eindringlinge gegeneinander, Schutzschilde wurden aufgespannt. Ich hatte Probleme, das Spiel zwischen Gut und Böse mitzuverfolgen bzw. zu unterscheiden, wer beim Kampf der Gute war und wer der Böse war. Mir wurde klar, dass jede Generation ihre Mythen neu definiert. So etwas muss man akzeptieren, und dies bedeutet nicht, dass bestehende Weltbilder überholt werden müssen.

Kinderkommunion
14 Tage nach Ostern wird in unserer Pfarre Kinderkommunion gefeiert, das war genau dieses Wochenende. In den letzten Jahren haben wir dieses Wochenende nicht beachtet, doch in diesem Jahr gibt es in der Schulklasse unseres kleinen Mädchens Geschwisterkinder, die zur Kinderkommunion gehen, ebenso in der Verwandtschaft von meiner Frau. Einzeln fielen uns immer wieder neue Kinder von Bekannten und Freunden ein, die zur Kinderkommunion gingen. Im einzigen Schreibwarengeschäft im Ort war es mir glücklicherweise gelungen, an die letzten Glückwunschkarten heranzukommen. Für Montag hat meine Frau gleich drei Einladungen erhalten, zum Kaffeetrinken vorbei zu kommen. Mit der zunehmenden Aufmerksamkeit für die Kinderkommunion ist mir klar geworden: in zwei Jahren geht unser kleines Mädchen zur Kinderkommunion. Für uns wird dies jede Masse Aufwand bedeuten, damit dies ein unvergesslicher Festtag werden wird.

Geburtstag
Letzten Donnerstag ist unser kleines Mädchen 7 Jahre alt geworden. Mit ganz vielen Mädchen von LEGO Friends war sie beschenkt worden. Das Café, die Tierklinik, allen voran im Puppenhaus können sich Stefanie, Mia, Andrea, Olivia und Emma nach Herzenslust wohlfühlen. Langsam breitet sich vor unserem Wohnzimmerschrank eine regelrechte LEGO-Stadt aus LEGO Friends aus. Letzten Freitag ist sie dann mit ihrer besten Freundin in einen Indoor-Spielpark im Nachbarort gefahren. Gleichzeitig habe ich in Köln Karten für ihren Kindergeburtstag besorgt: für das Hänneschen-Theater (Puppentheater), und zwar in 14 Tagen. Heute haben wir dann volles Haus gehabt und bei Kaffee und Kuchen mit der kompletten Verwandtschaft ihren Geburtstag gefeiert.

Fahrt mit dem Rennrad nach Köln
Mit dem Rennrad bin ich nach Köln gefahren, um die Karten für das Puppentheater abzuholen. Während der Fahrt habe ich mich schwarz geärgert, dass ich meine Digital-Kamera im Büro liegen gelassen hatte (war vom Büro aus nach Köln gefahren, ich hatte Laptop und Geldbörse aus Gewichtsgründen in einen anderen Rucksack umgeräumt und die Digitalkamera im vorherigen Rucksack stecken gelassen). So viele schöne Motive waren mir in Köln begegnet (Rheinau-Hafen, Senfmühle, St. Maria im Kapitol, Ausstellung im Hänneschen-Theater, Denkmäler, …. ), dass ich gleich mehrere Foto-Blogs damit hätte füllen können. Auf der Rückfahrt nach Hause wiederholten sich am Rhein mit meinem Rennrad Situationen, die ich typisch fand für Familien aus islamischen Regionen (Frauen waren tief verschleiert). Und zwar waren dies Familien mit mehreren Kindern, die auf dem Fahrweg neben dem Rhein herumtobten, den sich Fußgänger und Fahrradfahrer teilen mussten. Es waren 4-5 Situationen, die Kinder rannten wie wild über den Fahrweg und schauten weder nach links oder rechts. Ich fuhr langsamer, ich klingelte, aber auch die Eltern scherten sich nicht darum, dass ich als Fahrradfahrer weiter fahren wollte. Sie ließen fleißig ihre Kinder so umher rennen, wie sie wollten. Dass man Rücksicht aufeinander nehmen sollte und dass Kinder gehorchen sollten, schien ihnen fremd zu sein. Irgendwie mogelte ich mich in einem Tempo vorbei, das in etwa so langsam wie ein Fußgänger war, aber die Mentalität dieser ausländischen Mitbürger war mir fremd.

Garten des Schwiegervaters
Vor einigen Wochen hatte sich unser Schwiegervater an uns gewandt, ob wir komplett seinen Garten bewirtschaften könnten, er hätte Rückenprobleme (Wochenrückblick KW9). Daher hatte ich es während der Osterferien eingerichtet, etwa 2 Stunden nachmittags seinen Garten umzugraben. Die erste Stunde war er abwesend. Als er danach ankam, beteiligte er sich fleißig und grub mit einem zweiten Spaten auch den Garten um. Rückenprobleme oder Beschwerden habe ich bei ihm nicht erkennen können (obschon ich nicht weiß, wie er sich innerlich gefühlt hat). Außerdem hatte er bereits die Hälfte seines Gartens umgegraben. Gelegentlich werde ich höflich nachfragen, ob er Hilfe braucht. Jedenfalls entspannt sich hierdurch die Situation in unserem eigenen Garten, da ich auf uns zukommen gesehen hatten, dass wir seinen Garten bewirtschaften müssen, während wir bei uns nichts geschafft bekommen. Wir werden uns daher auf unseren eigenen Garten konzentrieren können.

Musik
Als ich nach dem Radrennen „Rund um Köln“ zu Hause angekommen war, wollte ich mit Musik das Radrennen ausklingen lassen und lauschte Radio Caroline. Guns’n’Roses liefen mit „November Rain“. Die getragene Stimme des Sängers passte zu der Nässe, die noch an mir heftete. Auf meinen Füßen spürte ich wieder Stabilität. Ich freute mich auf die Badewanne, in der ich mich ausgiebig herumlümmeln wollte. Ausgiebig, wohl proportioniert und zahm glitten die Gitarren-Soli daher. Gun’n’Roses schaltete einen Gang herunter, von dem irren Tempo des Radrennens auf ein erträgliches Maß. Mit November Rain im Ohr, genoß ich die Badewanne.



Kommentare:

  1. Hej Dieter,

    wie immer eine ausgefüllte Zeit und einige Erlebnisse, in denen Toleranz eine besondere Rolle spielte. Manchmal wird sie auch auf die Probe gestellt. Schön immer wieder im Rückblick lesen zu dürfen!

    Gruß aus Schweden
    Beate

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  2. Kinderkommunion? Ist das die Kommunionsübung vor der richtigen Kommunion?
    Deine Beschreibung vom Geburtstag der Kleinen liest sich toll. Ihr scheint ganz süße Eltern zu sein, allerdings habe ich mal gehört, Kinder sollen nicht zu doll verwöhnt werden. Ob das richtig ist, beurteile ich nicht, nur soweit ich mir eine Meinung gebildet habe, denke ich mir, dass die Kindheit auf jeden Fall schön sein sollte, weil das Erwachsenenleben viel viel länger und nicht besonsers schön ist. Aber ob das Verwöhnen nun gut oder schlecht dazu ist, weiss ich nicht. Denn manchaml denke ich mir, die Anti-Verwöhn-Theorie ist nur eine scheinheilige Verpackung von einer Art Neid der Erwachsenen auf die Kinder.
    Welche Gartenkonzepte habt ihr denn so - deine eigene Familie und der Schwiepa?

    Besten Dank für deinen liebenKommentar. Jetzt, wo du deinen Sohn erwähnst, habe ich den fünften Kopf deiner Familie auch kennen gelernt. Fünf ist schon eine große Familie, da hast du Recht. Für euch wäre ein Haustier bestimmt das Richtige.

    Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche
    Gruß
    Wieczorama (◔‿◔) | Mein Fotoblog

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  3. ein aufgregendes doch gelungene Woche finde ich und wenn man Kinder hat ist ja immer was los.
    Das mit den Mangas, also wenn ich sehe wie sie in den Rollen hinein schlüpfen auch im Wirklichen Leben junge Menschen, Kinder angezogen und Gruppen bilden sich damit beschäftigen das sie so aussehen geschminkt grausig, hübsch aussehen ist das eine Welt die so gelebt werden wollen von ihnen aus dem Alltag ausbrechen und faszinierend nach ahmen es. Ob es gut ist für manche nicht und für andere ja, wie in der Hippiezeit oder anderes was wir früher auch nach geahmt hatten. So lange es nicht das Leben beeinflusst im negativem Sinne.
    Was mir auffiel in Düsseldorf da sehe ich sie in Massen auf treten dass viel übergewichtige Mädchen dabei sind und so eine Zielgruppe ist Anerkennung dort zu finden was sonst ja nicht der Fall so ist...ich sprech aus Erfahrung *zwinker*... Die Kostüme sind oftmals so toll genäht und selber gemacht.

    Sonst, verwöhnen ich weis nicht kommt drauf an wie und ob es schadet ist auch manchmal die Frage und das Nesthäkchen bleibt halt mal das letzte was man ziemlich gerne verwöhnt und die Kindheit geht viel zu schnell vorbei und der Ernst im Leben beginnt ... Liebe bekommt es das ist das wichtigste von allem!
    ich würde das auch machen immer mal so nachfragen oder mit machen und ihm helfen ohne gross Ankündigung... da sie meinen sie müssen alles noch gut machen..
    Mit deinem Sportliebling das Rennrad ist was tolles nochmal Daumenhoch!
    Ich wünsche dir eine neue gute erlebnisreiche Woche
    Lieben Gruss Elke

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  4. Kommunion war auch bei uns am Sonntag ein großes Thema.
    Die Messe war wirklich schön,der Gesang des Chores rührte mich immer wieder sehr...Es war ein sehr schöner Tag.

    Ich wünsche dir einen schönen Wochenstart,
    Line

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