Donnerstag, 29. März 2012

Frühlingserwachen

Soeben, als ich mit dem Schreiben des Blogs begonnen habe, hat sich das Wetter gedreht. Der Wind pustet in den Frühling hinein. Eine zähe Wolkendecke hat sich vor die Sonne gepflanzt. Die mollige Wärme ist verschwunden. Einstweilen erhalten die Frühlingsgefühle einen Dämpfer. Doch die Wetteränderung war angekündigt, und mit Regen und typischem Aprilwetter soll es in den nächsten Tagen weiter gehen.

Das Bilderbuchwetter mit herrlichem Sonnenschein geht nun zu Ende. Der Frühling hatte die Menschen hinausgetrieben, mit Kind und Kegel, mit der ganzen Familie, zu Fuß, auf Fahrrädern, Hauptsache, an der frischen Luft, wo die Sonne eine angenehme Wärme spendete. Jede Menge Volk war in den Park ausgeschwärmt. Auf dem Fahrradweg musste ich mir den Weg bahnen. Spaziergänger stolzierten umher, kreuzten die Fahrspur und ließen sich auf Picknickdenken nieder, um ihre Seele baumeln zu lassen. Inline-Skater musste ich mit ihren weit ausgreifenden Armbewegungen umkurven. Kleine Kinder machten ihre ersten unsicheren Fahrversuche auf ihrem Fahrrad. Klar, da musste ich Rücksicht nehmen. Genauso knubbelten sich Familien um Kinderwagen herum. Die Fahrradfahrt durch den Park war eine einzige Zirkelei um all die Menschen herum.

Die Fahrradwege dürften sich heute leeren.

Schönstes Frühlingswetter in den letzten Tagen: Banalitäten erhielten auf einen Schlag einen Wiedererkennungswert. Vor blanken Fassaden von Bürogebäuden wurde die üppige Blütenpracht zur Zierde. Wo man normalerweise auf schnörkellose Glasfronten schaut, verdeckten nun gelbe Farbteppiche von Forsythien den Blick. Dabei mischte sich das dezente Rot von Weigelien in die Forsythien hinein. Und das Gelb der Forsythien überwältigte so sehr, dass die Skulptur aus Beton, die nichtssagend aussah und in Andeutungen ein Gesicht erahnen ließ, ein Schattendasein fristete.

Sogar das Ministerium, das seit drei Jahren eine Dauerbaustelle war, erschien in unwirklichem neuen Licht. Ab Anfang März erschienen in kurzen Episoden Bauarbeiter, doch diese verschwanden alsbald wieder. Holzstege verliefen über Betonplatten. Bagger stapelten Holzdielen zusammen. Was dort gebaut wurde, war ein Rätsel. Über dem hohen Sicherheitszaun wiesen Überwachungskameras in die Blüten von Magnoliensträuchern. In einem breiten Streifen erstrahlten sie in leuchtendem Lila, und gemeinsam mit den gelben Blüten der Ilex-Sträucher verriegelten sie die gähnende Leere auf der Baustelle, wo die Deutschland-Flagge und die Europa-Flagge einsam wehten.

Der Frühling schaffte es auch, der Bahntrasse ein vollkommen neues Gesicht zu verleihen. Dort waren es die Schlehen, die mit ihrem weißen Blütenspiel die Bahngleise begleiteten. Die anderen Sträucher zögerten, warteten längs der Bahnlinie mit ihrem austreibenden Blättern ab. Wie große weiße Kugeln stachen die Schlehen heraus, der Windzug eines vorbei rauschenden Mittelrhein-Expresses wehte die ersten Blüten fort, die Bahnschranke blieb geschlossen und der nächste entgegen kommende Zug rauschte heran.

Sommerzeit: seit letzten Sonntag ist es länger hell.

Der Frühling erhält nun eine neue Dimension. Die Helligkeit des Tages kann ich nun länger genießen. Unter der Woche bekomme ich etwas im Garten geschafft. Bald wird sich die Natur in einem üppigen Grün präsentieren. Die warme Jahreszeit naht. Dann werden wir ersten Male draußen grillen. Ich kann mich freier draußen bewegen.

Kommentare:

  1. die Welt verändert sich um uns herum ob das Licht oder die Natur und so mit auch die Menschen..
    positiv für alle!!!
    Lieben Gruss Elke

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  2. Heute war die mollige Wärme aber wirklich verschwunden...buhhh ich war zu luftig angezogen bei meiner Runde, aber macht nichts, ich bin ganz schnell gelaufen bis es mir warm wurde.
    Wir waren ja alle auf den Umschwung vorbereitet, Dank Wetterberichte...und es ist ja gut, dass nicht jeden Tag so ein fantastisches Wetter herrscht, wir würden die schönen Tage nicht mehr so schätzen.
    Du hast den Frühlingstag sehr schön beschrieben, Dieter, dass man gleich wieder Sehnsucht danach bekommt.
    Ich wünsche dir ein schönen Wochenende! Herzlichst Zaunwinde

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  3. Ja, auf den Frühling haben wir uns alle gefreut und die letzten Tage waren einfach super. Seit gestern Mittag ist es empfindlich kalt geworden. Die Grillsaison hattten wir schon eröffnet, aber jetzt wird wieder drinnen gekocht.
    Ich habe noch keinen Schlehenstrauch gesehen bei uns. Ich muss doch mal nach einem Ausschau halten, die Blüten sind einfach wunderschön.

    Hab ein schönes Wochenende, Dieter!

    Liebe Grüße
    Christa

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