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| Quelle: www.wikipedia.de |
Der „zwarte Piet“ ist, wie das Wort verrät, schwarz.
So wie bei uns in Deutschland der Knecht Ruprecht den Nikolaus begleitet, macht
dies in den Niederlanden der „zwarte Piet“. Die Legende entstand im 19.
Jahrhundert, dass er durch die Schornsteine in die Häuser eindrang, wobei er alles
sah, was die Kinder trieben. Daraufhin beschenkte der Nikolaus die Kinder, wenn
sie brav waren. Umgekehrt sollte der „zwarte Piet“ die Kinder bestrafen, wenn
sie zu viel Unfug getrieben hatten.
Seitdem die Niederländer ihn
kannten, hat Piet eine schwarze Hautfarbe und als Autorität ist er ein
unumstößliches Denkmal.. Der „zwarte Piet“ ist sogar wichtiger als der
Weihnachtsmann, weil man sich in den Niederlanden allgemein am Nikolaus-Abend
viel mehr beschenkt als an Weihnachten.
Genau 150 Jahre, nachdem die Sklaverei in den
niederländischen Kolonien abgeschafft worden ist, rechnen die Schwarzen nun mit
der Sklaverei ab. Jahrhundertelang sind Staaten wie Frankreich, England und
auch die Niederlande durch den Sklavenhandel reich geworden.
Entschädigungszahlungen an die früheren Kolonien sind aber nie geflossen.
Nun muss der „zwarte Piet“ dafür herhalten. Das
Verbot der Sklaverei ist ganz hoch in der UN-Menschenrechtskonvention verankert.
Die früheren Kolonien der Niederlande, Surinam und die Antillen, sowie andere
Staaten in der Karibik, haben die Höhe ihrer Entschädigungsansprüche formuliert
und wollen diese – ähnlich wie bei Völkermord – vor dem internationalen
Gerichtshof einklagen.
Dabei haben die karibischen Staaten Rückenwind durch
die jamaikanische UN-Menschenrechtskommissarin Verene Shepherd bekommen, die
europäische Traditionen hinsichtlich rassistischer Tendenzen untersucht hat.
Dabei ist sie auf den „zwarte Piet“ gestoßen, der schwarz und rassistisch und
diskriminierend ist. Der „zwarte Piet“ solle bitte künftig ein Weißer sein oder
der Nikolaus solle ohne den „zwarte Piet“ die Kinder beschenken. Gemessen an
der Position des „zwarte Piet“ in den Niederlanden, wäre dies ungefähr so, als
wolle man in Deutschland den Nikolaus abschaffen. Wie zu erwarten, war der
Widerstand in den Niederlanden riesig. So wurde in Facebook eine Aktion „Pietitie“
gestartet, in der 1,6 Millionen Niederländer beim „zwarte Piet“ „Gefällt mir“
angeklickt hatten. Gleichzeitig haben die Niederländer eingeleitet, dass der "zwarte Piet" als immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt wird. Zähneknirschend hat das UN-Menschenrechtskommissariat den „zwarte
Piet“ in diesem Jahr geduldet.
Doch im nächsten Jahr wird das Spielchen aufs
Neue losgehen, dann vermengt mit möglichen Schadensersatzansprüchen der
karibischen Staaten aus der Sklaverei, die dementsprechend höher oder niedriger
liegen können.
Fassungslos schaue ich auf die Dinge, die in unserem
westlichen Nachbarland abgehen. Doch so riesig weit sind wir in unserem Ländle
von diesen Verhältnissen nicht entfernt. Dass „Negerküsse“ seit längerer Zeit „Mohrenköpfe“
heißen – ist ein harmloses und berechtigtes Beispiel. Aktuell ist das „Zigeunerschnitzel“
an der Reihe, das nach dem Willen der Sinti und Roma „Schnitzel mit Balkan-Soße“
oder sonstwie heißen soll, aber bitte nicht den Volksstamm der Zigeuner diskriminieren
soll.
Niederländische Verhältnisse herrschten bei dem, was
der Buchautorin Sarah Kuttner passiert war. Bei einer Lesung las sie aus einem
Kinderbuch vor, in dem sie beschrieb, wie gerne sie als Kind mit einer
Negerpuppe spielte. Ein Schwarzer war bei der Lesung anwesend, der die
Bezeichnung „Negerpuppe“ rassistisch fand. Er alarmierte die Polizei, die Sarah Kuttner
festnehmen wollte.
Sie erschien, wollte Sarah Kuttner in Handschellen
abführen, doch soweit kam es nicht. Mit dem Wortlaut der
UN-Menschrechtskonvention hätte es aber anders kommen können.



















