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Samstag, 31. Mai 2014

Klatschmohn

Das war zum Hinsehen, am Wegesrand.  Zwischen Getreidefeld und Wirtschaftsweg, gruppiert sich der Klatschmohn und zeigt, wie schön diese roten Farbkleckse das Bild der Natur aufmischen können. Als einziger Farbtupfer in der Umgebung, denke ich spontan an die Impressionisten, die Farben und Natur eindrucksvoll miteinander verbunden haben.





Der Klatschmohn wird eine Zeit lang den Wegesrand begleiten. Mit seiner eindringlichen roten Farbe, ist er an solchen einsamen Stellen schwerlich zu übersehen.

Samstag, 3. Mai 2014

Löwenzahn

Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Fleck. Zwei, drei Tage lang pusteten sich die zarten Samen der verblühten gelben Blüten auf. Jede Pusteblume für sich ganz zerbrechlich, legten sie sich wie ein Teppich über die Wiese. Als der Nordwind blies, war die Pracht in Windeseile vorbei. Ich hatte den richtigen Moment erwischt. Wie schnell diese Momente vergehen können.






Jede Pusteblume für sich ist wunderschön. So schnell wie sie vergehen, denke ich an die Vergänglichkeit des Lebens.

Dienstag, 15. April 2014

Erdbeeren


Zufall und Geduld fügten sich zusammen, als die Erdbeere Europa eroberte.

Bereits in der Steinzeit ernährten sich die Menschen von Beeren jeglicher Art, darunter auch Erdbeeren. Doch diese Art von Erdbeeren wuchs wild, gedieh auf humusartigen Böden in Wäldern. Und vor allem: die Früchte waren winzig, klein, sie schmeckten bitter und hatten nur wenig mit dem vollmundigen Geschmack von Erdbeeren gemein, wie wir ihn heute kennen.

1712 war es der französische Offizier Amedée-Francois Frézier, der auf einer Reise durch den Pazifik in Chile landete. Dort entdeckte er in den Wäldern an der Küste Erdbeeren, die um ein vielfaches größer waren als diejenigen, die er aus seiner Heimat Frankreich kannte. Der Geschmack war freilich etwas fade, aber sie wuchsen in Hülle und Fülle, und gut konnte er sich satt davon essen.

Gut gehegt, gepflegt und bewacht, entschloss er sich, auf der Rückreise fünf Erdbeerpflanzen nach Frankreich mitzunehmen. Als er in seine Heimat in der Bretagne zurückkehrte, pflanzte er die fünf Erdbeerpflanzen in seinem Garten in Saint-Malo. Gespannt wartete er auf das nächste Frühjahr, um sich an den üppigen Erdbeeren reichlich satt zu essen. Doch die Enttäuschung war groß. Die Ableger der fünf Erdbeerpflanzen breiteten sich zwar fleißig aus, weiße Blüten sprossen, es wuchs aber keine einzige Erdbeere.

Amedée-Francois Frézier war Allround-Genie. Als Offizier, Architekt, Entdecker und Kartograph war sein Garten Nebensache, um den er sich beizeiten kümmerte, und den er zwischendurch fleißig vor sich her wachsen ließ.

Amedée-Francois Frézier war ein geduldiger Mensch. Sagenhafte dreißig lange Jahre sollte es dauern, bis er mit seiner „fragaria chiloensis“ aus Chile die ersten Erdbeeren ernten sollte. Helfen sollte ihm dabei eine Erdbeer-Sorte, die französische Händler aus der anderen Ecke Amerikas mitgebracht hatten – und die Bienen.

Amedée-Francois Frézier hatte nämlich nicht genau hingeschaut und aus Chile fünf weibliche Erdbeerpflanzen nach Europa gebracht. Im 18. Jahrhundert hatte das Zeitalter begonnen, als Waren über Schiffe um den Globus zirkulierten und die großen Schiffsrouten über Afrika und Amerika nach Europa führten. Kanada war (noch) französische Kolonie, und parallel zu Amedée-Francois Frézier entdeckten französische Handelsleute in Kanada eine Erdbeersorte, die „fragaria virginiana“, die kleiner war und den Walderdbeeren ähnlich war, aber dafür zuckersüß schmeckte.

Wie der Zufall es wollte, kamen die Händler auch aus der Gegend von Saint-Malo in der Bretagne und nahmen mehrere Erdbeerpflanzen mit, pflanzten sie in ihren Gärten und ihnen schmeckten die runden, süßen Früchte hervorragend, die aber kaum größer als eine Himbeere waren.

Die Bienen vollendeten das Werk, indem sie durch die Gegend summten und die „fragaria chiloensis“ mit dem Staub der „fragaria virginiana“ bestäubten. Genau 28 Jahre später, 1740, reiften Erdbeeren an der „fragaria chiloensis“ Die Früchte, eine Kreuzung dieser beiden Erdbeersorten, waren gleichzeitig groß und süß. Unseren heutigen Erdbeeren bereits sehr ähnlich, pflanzten die Bretonen diese neue Frucht im botanischen Garten eines Klosters in ihrer Haupt- und Hafenstadt Brest. Der Abt der Klosters benannte diese Kreuzung nach dem Heiligen „Saint-Joseph“.

Danach war der Siegeszug der Erdbeere in Europa nicht mehr aufzuhalten. Die Niederländer kreuzten die „Saint-Joseph“ wiederum mit dortigen Walderdbeeren, so dass sich die Frucht vergrößerte. 1750 entstand die „fragaria ananassa“, tiefrot und voll praller Frucht, die so unserer heutigen Gartenerdbeere sehr nahe kommt.

In unserem Garten hat die Erdbeere längst ihren Siegeszug angetreten. Fünf Jahre lang haben wir viele leckere rote Früchte ernten können, aber sie hatten sich ungehemmt ausgebreitet, in den Ritzen der Randsteine, zu den angrenzenden Beeten, bis in unseren Rasen hinein, durch den Maschendrahtzaun zu unserem Nachbarn, und ihre Erträge waren im letzten Jahr etwas zusammen geschrumpft.

Einmal ausreißen und auf den Kompost. Den Neubeginn habe ich gewagt. Die nächste Generation von 24 Erdbeerpflanzen aus dem Discounter steht nun in Reih und Glied. Schön, wie sauber und akkurat und aufgeräumt dass das kleine Stückchen an dem Zaun zu unserem Nachbarn nun aussieht.

Auf die Früchte der „fragaria sonata“ freue ich mich bereits. 

Sonntag, 6. April 2014

Schönwetterblog

Harmonie, Idylle, Schönheit, wer wünscht sich das nicht ? So kritisch und nachdenklich ich in meinem Blog sein will, genauso brauche ich das Schöne. Beides gehört zusammen. Ein Stück Schönwetterblog gönne ich mir, so wie jetzt im Frühling. Auf dem Weg ins Büro und zurück, fahre ich mit dem Fahrrad durch diese Allee voller rosaner Blüten. Kann jemand meine mangelhaften Botanikkenntnisse auffrischen, was für Bäume das sind ?









Jeder Blickwinkel ist für sich schön. Schade, dass die Blütenpracht viel zu schnell vorbei ist.

Samstag, 15. Februar 2014

Efeu

In unserem Garten ärgere ich mich darüber. Efeu kann schrecklich sein, wenn man es nicht konsequent ausreißt. Sonst wuchert es, breitet sich nach allen Seiten aus, umschlingt alles, als würde es in einen Dornröschenschlaf versetzt. Efeu kann aber auch anders. Der eine oder andere Gärtner läßt Efeu gewähren. Immergrün, ist Efeu im Winter an manchen Stellen schön, wenn es die kahle Natur aufweckt.



Das Efeu betont die Fugen,  Steine, Gemäuer und Geländer


Zwischen Baumstämmen wuchert es massiv.


Bis zum Torgitter wuchert das Efeu (noch) nicht.


Efeu rankt sich vor einer Villa hoch.


Die Balustrade wirkt mit dem Efeu versponnen.


Noch eine Stelle, wo das Efeu Überhand genommen hat.


Efeu hangelt sich das Treppengeländer herunter.

Sonntag, 3. November 2013

Lehrpfad der Jahresbäume

1951 entstand in der UNO die Idee, einen Weltfesttag des Baumes einzurichten. Als am 25. April 1952 der damalige Bundespräsident Heuss im Hofgarten einen Ahorn-Baum pflanzte, wurde in den Jahren danach der 25. April zum Tag des Baumes. Um den Nachhaltigkeitsgedanken zum Ausdruck zu bringen, ist es seit 1989 zur Tradition geworden, in der Rheinaue Jahresbäume neu zu pflanzen. Diese sind in der Rheinaue zu einem Lehrpfade der Jahresbäume zusammengefügt. Auf diesem Lehrpfad habe ich Gelegenheit, meine mangelhaften Botanikkenntnisse etwas aufzubessern. Eine Auswahl der Jahresbäume möchte ich Euch gerne zeigen.


Baum des Jahres 1990 war die Buche.


1991 war die Sommerlinde an der Reihe.


Die Hainbuche (1996) hat schon jede Menge Laub verloren.


Die braunen Blätter der Roßkastanie (2005) haben dem Herbst noch getrotzt.


Der Berg-Ahorn (2009) steht ebenfalls ziemlich kahl da.


Nicht nur Laubbäume, sondern mit der gemeinen Kiefer (2007) sind auch Nadelbäume Baum des Jahres geworden.


Die Sandbirke (2000) rahmt den Posttower im Hintergrund ein.


Unauffällig am Wegesrand ist der Baum Jahres 2002, der Wacholder.


Am Teichufer kommt die Silberweide (1999) prächtig zur Geltung.


Esche (2001, links) und Stieleiche (1989, rechts) rahmen als mächtiges Paar den Weg ein.


Die Schwarzerle (2003) wächst genau am Rheinufer.

Samstag, 28. September 2013

Sonnenblumen

Was der Raps im Frühjahr, das sind die Sonnenblumen im Spätsommer und im Herbst. Ähnlich wie der Raps, sind sie mit ihrem kräftigen Gelb ein echter Hingucker. Harmonisch fügen sie sich in die gelb-braunen Farbtöne des sich ankündigenden Herbstes ein. Goethe hatte einst über die Sonnenblume geschrieben:

Die Sonnenblume möchte dich begrüßen
Dieweil sie sich so gern zur Sonne wendet.
Nur steht zur Zeit sie noch zurückgewiesen;
Doch du erscheinst und sie ist gleich vollendet.

Sonnenblumen muntern mich auf und ich schaue optimistisch in den Tag hinein.



Vor einem Maisfeld lugen die Sonnenblumen zwischen einem Stück Himmel hervor.




Im Feld wachsen die Sonnenblumen in größeren Mengen.


Während die Sonne untergeht, lassen die Sonnenblumen ihre Köpfe hängen.


Drei einzelne Sonnenblumen zeigen all ihren Stolz.


Solche unselbständigen Grünflächen können Sonnenblumen sogar zu neuem Glanz verhelfen.


Gemeinsam mit der Kapuzinerkresse erzeugen die Sonnenblumen ein heiteres Farbenspiel.


Einige herrliche Exemplare zeigen ihre Sonnenseite.