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Wasserburg Gudenau |
Das Rittergeschlecht der Scherfgins war eine noble
Adresse. Gerhard Scherfgin war stark wie ein Bär, auf dem Pferd sammelte er all
seine Manneskraft, zielsicher hatte er seine Gegner im Visier. Überall, wo er
auf Ritterturnieren antrat, von Brabant bis ins Rheinland, lagen Lanze und
Schwert weich in seiner Hand. Reihenweise säbelte er seine Gegner mit einem
Schlag vom Pferd. Pokale, Ruhm und Ehre heimste er ein.
Gerhard, Rembodo, Hermann Scherfgin: das
Rittergeschlecht der Scherfgins wuchs über Generationen, sie waren loyal und
auf sie war Verlass, und ihre Lust zu kämpfen nutzten die Erzbischöfe von Köln,
denn ab 1252 verteidigten die Scherfgins die Stadtmauern von Köln. Bewaffnete
Ritter waren stets herzlich willkommen. Ihre Anwesenheit vor einem meterdicken
Gemäuer schreckte die Feinde ab. Deren Eroberungslust wich jäh zurück, und wenn
sie Lanze, Pfeil und Bogen gegenüber standen, suchten sie das Weite.
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Wasserburg Gudenau |
Nicht nur in der
milden winterlichen Jahreszeit ist die Wasserburg Gudenau eine ruhige
Angelegenheit. Wasserburgen sind im Rheinland höchst privat, zur Besichtigung
nicht freigegeben. Eine erhabene Stille streicth über den Burghof, den ich
betreten kann, denn das Tor steht offen. Die Größe von Wirtschaftsgebäude und
Stallungen sind imposant, und ich kann mir den Neid über dieses hübsche Anwesen
nicht verkneifen, das die Burgherren bewohnen dürfen. Wohnen im tiefsten
Mittelalter. 1246 erstmals urkundlich erwähnt, stammt die heutigen Bausubstanz
weitgehend noch aus dem16. Jahrhundert, als Gudenau zu einem Vierflügelschloss
mit runden Wehrtürmen umgebaut worden war. Wie geleckt ist der zartgelbe
Anstrich, der sich deutlich von dem anmutigen Weiß der Kreuzfenster abhebt.
„Darf ich fotografieren ?“ frage ich das
vermeintliche Burgfräulein, das unvermittelt aus dem Ecktrakt des
Wirtschaftsgebäudes heraustritt.
Den Pferdeschwanz nach hinten gebunden, ein Lächeln
verkneifend, antwortet die jugendliche Schönheit: „Natürlich. Den Hof kann
jeder betreten, also darf auch fotografiert werden. Nur in den Schloßgarten
dürfen Sie nicht. Der ist erst ab März geöffnet.“ Ihre Reiterstiefel klacken
auf den harten Pflaster, dann fährt sie mit ihrem VW Tuareg von dannen.
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Wasserburg Gudenau |
Es war ein bißchen Jugend oder Schönheit und ganz
viel Strategie, dass Gudenau in den Besitz der Scherfgins gelangt. Hermann von
Gudenau, der Burgherr im 14. Jahrhundert, wollte seine Nachfolge und sein Erbe
regeln. Nach Süden ausgreifend, fügte sich das Burgensystem des Erzbistums Köln
zusammen. Die Godesburg, dieses Bollwerk vor dem Rhein, hatten die Erzbischöfe
1210 bauen lassen. 1366 fiel dann den Scherfgins – und damit den Erzbischöfen
von Köln - die Wasserburg quasi vor die Füße, als Philipp von Scherfgin Lysa,
die Enkelin von Hermann von Gudenau, heiratete, indem ihnen die Wasserburg als
Mitgift dazu geschenkt wurde. Das festigte die Südgrenze der Kölner Erzbischöfe
gegen die Grafen von Neuenahr.
Alter Zoll, den Rhein entlang, Plittersdorf, Bad
Godesberg, am Fuße der Godesburg, bin ich mit meinem Rennrad der Landstraße in
Richtung Meckenheim gefolgt. Der Fahrradweg, elegant und großzügig, biegt sich
in Schleifen in das höher werdende Gelände hinein.
Der Anstieg ist im ersten Abschnitt der Tour gut zu
schaffen, so dass es eine der ersten Touren zum „Warmfahren“ im neuen Jahr ist.
In Pech tauche ich in den Ortskern mit einigen schmucken Fachwerkhäusern ab,
während sich der Autoverkehr auf der Umgehungsstraße austobt. Am Ortsende zieht
der Anstieg an, der Fahrradweg windet sich zurück auf die Landstraße, dann
flaut der Anstieg ab. Ich halte mich weiter geradeaus in Richtung Meckenheim –
alternativ und ruhiger könnte ich durch Villip radeln – bis ich an der zweiten
Ampel nach Fritzdorf abbiege.
Ich lasse mich den Berg hinunter rollen, wo mich die
Ausdehnung der Wasserburg Gudenau beeindruckt, an der Ampel geht es weiter
geradeaus. Den Rhein entlang und in der Eifel waren es Höhenburgen, die Grafen
und Fürsten zur Verteidigung dienten, in flacherem Gelände erfüllten diesen
Zweck Wasserburgen. Da Wasserburgen mehr Platz für Wirtschafts- und Wohngebäude
boten, dienten sie in späteren Jahrhunderten mehr repräsentativen Zwecken. Dies
geschah in Gudenau nach dem 30-jährigen Krieg, als ein Barockgarten angelegt
wurde und die Säle im Inneren neu gestaltet wurden.
Ein Knick nach rechts, um das pompöse Anwesen der
Wasserburg herum, der erneute Anstieg auf den Höhenkamm des Kottenforstes geht
in den Beine. Die Februarsonne zerstreut sich in kahlem Geäst, ein Streifen von
Buchenwald spannt sich zwischen die Felder. Ungefähr hier, an der Grenze zu
Rheinland-Pfalz, auf der Höhe, endete der Herrschaftsbereich der Kölner
Erzbischöfe im 14. Jahrhundert.
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Haus vom Lehrer Welsch |
Abwärts, nimmt die Landschaft an Fahrt auf. Die
Sonne hängt schräg herab. Der Weitblick bis zu den Hängen der Eifel fasziniert.
Vorgelagert, dehnt sich zwischen Tupfern von Baumreihen das Band der Autobahn
A61. Auf dem Rennrad ist das Erlebnis stets tiefer, intensiver. Dies fällt mir
heute besonders auf, weil ich diese buckelige Landschaft in der Grafschaft ohne
nennenswerte Akzente von der Autobahn aus oft genug erlebt habe.
Arzdorf, der nächste Ort, lädt zum Philosophieren
ein. Schräg gegenüber dem Reiterhof „Welsch“, in dem Fachwerkhaus mit den rot
gestrichenen Balken, wurde der Lehrer Welsch 1848 geboren. Alljährlich, wenn
die jecke Jahreszeit beginnt, singt man im Trubel des Karnevals sein Lied: „Dremol
Null is Null is Null“ oder mathematisch ausgedrückt: 0+0+0=0. Im Rheinland wird
jeder dieses Lied kennen. Diese Schlussfolgerung ist sogar weiser als
Aristoteles, der sich vor mehr als 2000 Jahren den Kopf an der Gleichheit der
Dinge zerbrochen hatte. Sind die Dinge gleich ? Nein, denn ein Stein, ein Haus,
eine Katze oder ein Baum sind niemals gleich. Also kann man eins und eins nicht
zusammenzählen. Wenn man dennoch rechnet 1+1=2, dann muss man ein Bündel von
Definitionen und Prinzipien formulieren, was alles zu beachten ist, damit die Dinge
gleich sind. Lehrer Welsch war tausendmal schlauer als Aristoteles. Wenn man
nichts hat, kann man es zusammenzählen und es kommt auch wieder nichts dabei
heraus. 0+0+0=0 gilt also immer. Ab 1877
war Heinrich Welsch Lehrer im Stadtteil Kalk in Köln, ein Arbeiterviertel, das
von Fabriken, Armut, miserablen Arbeitsbedingungen und katastrophalen
Wohnungssituation geprägt war. 1905 führte er den Schultyp der Hilfsschule ein,
um in sozialen Brennpunkten Kindern der unteren Bevölkerungsschicht fördern zu
können. 0+0+0=0 galt als Synonym für die Sprache und die Ansprache, um das
Bildungsniveau seiner Schüler zu treffen. Null war der Ausgangspunkt, und
etliche Schüler haben es auch höher hinaus geschafft.
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Hochspannungsmasten |
Arzdorf und Fritzdorf vermitteln den Eindruck, dass
sie fast nur aus Bauernhöfen bestehen. Hofläden schießen wie Pilze aus dem
Boden. Die Regsamkeit hält sich aber in Grenzen, denn Mitte Februar herrscht
noch der Winterschlaf auf den Feldern. Der Maschinenpark - Traktor,
Mähdrescher, Egge, Kartoffellegemaschine und vieles mehr – lauert in
Wartestellung.
In Fritzdorf und Eckendorf folge ich den Hinweisschildern nach Gelsdorf.
Und auf der Anhöhe erhärtet sich die vorbei flitzende Struktur, wie ich sie
ansonsten von der Autobahn aus erlebe: Hochspannungsmasten. Von
Braunkohlekraftwerken kommend, rasen Stromautobahnen in die Ferne, ins Ahrtal,
zum Siebengebirge und über die Eifelhöhen hinweg. Der Konstrast zwischen den
harten Strukturen der Technik und der einfühlsamen Landschaft ist hier real,
wenn die Hochspannungsmasten sich nach oben stemmen, das Himmelsblau versperren
und die spannungsgeladenen Leitungen über den Feldern hinweg schweben. Die
Elektrizität als Motor der Industrialisierung ist hier ein geheimer Zuschauer,
der sich in die Harmonie von Pappelreihen, Obstgehölze oder Wirtschaftswege strikt einmischt.
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Hofladen |
Vor der Leitplanke, das ist die frühere B257, muss
ich nach links abbiegen. Gelsdorf, die Verkehrsdrehscheibe am Autobahnkreuz
Meckenheim, überrascht mit seinem ruhigen Ortsbild. In unserer Zeit, in der die
Lebensmittelskandale nicht abreißen, hatten die Gelsdorfer vor 15 Jahren die
Idee, zu den Ursprüngen der Anbaumethoden auf ihren Feldern zurückzufinden. Wie
in der übrigen Grafschaft, gab es Hofläden satt. Obstplantagen überwiegen, so
dass im Spätsommer und Frühherbst das Früchteangebot bunt und vielfältig ist. Die
Bauernhöfe hatten sich zusammengetan und ein neues Event – den „Tag der öffenen
Höfe“ – Mitte Oktober etabliert. An diesem Tag können die Besucher in Kuhställe
hinein schauen, ein Apfel-Express fährt durch Plantagen, man kann bestaunen, wie
Apfelsaft gepreßt wird, das Chicorée-Haus ist zur Besichtigung frei gegeben.
Handwerker, Schreiner, Ofenbauer, Holzschredder, Kettensägenschnitzer und
Glasschleifer runden dieses Ereignis ab. Das Ereignis zieht mittlerweile ein
Vielfaches der Einwohnerzahl von Gelsdorf an, nämlich an die 10.000 Besucher.
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Tomburg |
Am Ortsausgang von Gelsdorf biege ich auf die B266 nach
rechts ab, ich unterquere die Autobahnauffahrt und nun geht es immer geradeaus
bis Rheinbach. Trotz der Bundesstraße und ohne Radweg spüre ich nichts vom
Verkehr, denn die Straße ist breit genug. Rückenwind unterstützt mich, das
Gelände ist flach wie ein Brett, und auf meinem Rennrad kann ich Gas geben.
Sanft gleite ich durch diese wohl proportionierte Landschaftsform. Konsequent
wird jeder Quadratmeter Land bewirtschaftet. Rechterhand hält sich lange Zeit
der Apfelanbau, unterbrochen von einer Obstbrennerei. Koniferen,
Lorbeersträucher, Buxbäume, Zypressen und andere Ziersträucher ziehen sich die
Hänge hinauf, Baumschulen mischen sich in den Obstanbau. Die Eifel ist zum
Greifen nahe, denn das Gelände klettert den 313 Meter hohen Tomberg hinauf. Das
ist durch aus eine Größenordnung, doch, gottseidank, will ich nicht mit dem
Rennrad hinauf. Der Stumpf der Tomburg, von dessen Bergfried erkleckliches
übrig geblieben ist, läßt eine lange Vorgeschichte erahnen.
Sie führt in die Römerzeit, in der es ein so
geartete Burg noch nicht gab, aber unterhalb der Burgruine wurden Münzen mit dem Bildnis der römischen Kaiser Valens und
Valentinian II. gefunden. Da im Mauerwerk der Ruine Ziegel aus der Römerzeit
vermauert worden sind, gehen die Historiker davon aus, dass sich auf dem
Bergkegel einst ein römischer Wachturm befunden hat. Im 9. Jahrhundert bauten
die Karolinger die Tomburg zu einer Festung aus, bis sie 1473 von den Herzögen
aus Jülich erobert, zerstört und nie wieder aufgebaut wurde.
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Kriegerdenkmal |
Bis Wormersdorf verschwindet die
Tomburg aus dem Blickfeld, während die Bewirtschaftungsform der Landschaft sich
in ruhigen Maßen entwickelt. Sonnenstrahlen glitzern über Frühbeetfolie. Leere Obstkisten
stapeln sich vor einem Geräteschuppen. Eine Handvoll Arbeiter hat sich in die
Obstgehölze verirrt, um den Wuchs der Stämme gerade zu schneiden. Felder,
unbeackert, die Erde ist noch rauh und klamm, zwängen sich vor eine Baumreihe,
die in Schlangenlinien in einem schmalen Rinnsal verläuft. Wormersdorf setzt
Akzente. Halbfertig, mit Tücken und Kanten holpert mein Rennrad über eine
Baustelle. An einem Fachwerkbau mit einem Hofladen knickt die Straße nach links
ab, wo unvermittelt die weiße Silhouette eines Kirchturms heraus ragt. Über dem
platt gedrückten Dach verliert sich im Kleinformat ein Glockenturm auf einem
Balkengerüst. Dahinter zückt ein Reiter auf dem Kirchplatz entschlossen sein
Schwert. Auf seinem Denkmal trotzt seine mutige Gestalt den beiden Weltkriegen.
Ich weiß nicht, wie ich seine Kampfeshaltung bewerten soll, denn all die
Gefallenen hat er nie verhindern können.
Am Kreisverkehr hinter dem
Autobahnzubringer fahre ich linkerhand heraus, ich wurstele mich durch
Industriegebiete, noch ein Kreisverkehr, ich folge der Beschilderung ins
Zentrum. Rheinbach wuchert in die Peripherie hinein, bis ich das Zentrum
erreiche.
Die Geschichten von Rheinbach und
von der Wasserburg Gudenau ähneln sich. im Mittelalter lagen beide an den
Außengrenzen der Kölner Erzbischöfe, und in beiden Fällen wurden Ritter zu
deren Verbündete. Mit dem Unterschied: Rheinbach war exponiert, denn zwei
bedeutende Handelsstraßen kreuzten sich, die eine war eine Römerstraße von der
Köln-Bonner Bucht in die Eifel, die andere die Aachen-Frankfurter Heerstraße
„AFH“.
762 als Gutshof in einer Urkunde
des Klosters Prüm erwähnt, hat der Ursprung des Wortes „Rheinbach“ nichts mit
dem Rhein oder dem Rheinland zu tun. Die „villa reginbach“ war 762 eine
Schenkung, wobei die Vorsilbe „regin“ für „Regen“ oder „Feuchtgebiet“ steht,
denn aus den Bergen der Eifel vereinigten sich sechs Bäche in Rheinbach, so
dass die Ebene stets feucht war.
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Hexenturm Rheinbach |
Die Gutshöfe wuchsen in ihrer
Anzahl, daraus wurde dann ein Fronhofsverband, der Rechte und Pflichten genauer
formulierte. 1178 setzte das Kloster Prüm einen „Emelricus de Reynbag“ als
Kastellan ein. Ein Kastellan gehört zu einer Burg, was gleichbedeutend mit
„Ritter“ ist. Das war der Grundstein für eine glänzende Karriere des
Rittergeschlechts in den nächsten Jahrhunderten. Aus „de Reynbag“ wird später
„dominus de Reinbach“, so dass die Ritter zu einem Adelsgeschlecht aufstiegen.
1189 begannen die Ritter mit dem Bau einer Burg. Spätestens 1289 war Rheinbach
eine größere Ansiedlung mit einer Burg, denn dann wird die Stadt „oppidum“
genannt. Der Hexenturm, der Wasemer Turm und die Stadtmauer zwischen diesen
Toren stammen in Teilen noch aus dem 13. Jahrhundert.
1342, als einer großen Ritter von Rheinbach, Tilmann, starb, taten diese sich
mit den Kölner Erzbischöfen zusammen. Diese erbten die Burg Rheinbach, und
fortan sorgten die Ritter für klare Verhältnisse im Auftrag der Erzbischöfe
oder auch der Kölner Kurfürsten, denn 1288 mussten die Kölner Erzbischöfe ihre
Stadt nach der Schlacht von Worringen verlassen. Beide Seiten profitieren von
diesem Deal. Die Ritter von Rheinbach erhielten Sonderrechte wie eine eigene
Gerichtsbarkeit, das Recht, zweimal jährlich einen Jahrmarkt durchzuführen, und
eine eigenständige Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben. Dabei sprudelten die
Einnahmen, denn für die Benutzung der beiden stark frequentierten
Handelsstraßen war in Rheinbach Wegezoll zu zahlen. Als Gegenleistung mussten
die Ritter von Rheinbach ihre Festung verteidigen, was ihnen bis zum
30-jährigen Krieg bestens gelang.
In der Fußgängerzone schiebe ich
mein Rennrad gegen die Fahrtrichtung der Einbahnstraße.
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Römerkanal in Rheinbach |
Gelegenheiten zum
Einkehren, auch gemütliche, wie das Rheinbacher Brauhaus, gibt es hier
reichlich. Anstatt dessen mache ich einen kurzen Abstecher zum Römerkanal,
dessen ausgegrabenes Teilstück ich auf der Martinstraße bestaune. Aus den
Eifelhöhen bei Nettersheim kommend, versorgte die römische Wasserleitung die
Römerstadt Köln täglich mit 20.000 Kubikmeter besten Trinkwasser. In Rheinbach
hatten die Römer die Wasserleitung unterirdisch verbuddelt, und insgesamt vier
Einzelstücke, die am Straßenrand zu besichtigen sind, hat man im Stadtgebiet
ausgegraben.
Ich bewege mich zu der
Verkehrskreuzung am Ende der Fußgängerzone zurück, folge der Beschilderung
Richtung Euskirchen, fahre am Brauhaus Rheinbach vorbei, geradeaus über den
nächsten Kreisverkehr, dann muss ich aufpassen, denn direkt hinter den
Bahnschranken muss ich rechts abbiegen, der Beschilderung entlang Richtung
Peppenhoven, rechterhand liegen die Eisenbahngleise und der Bahnhof Rheinbach,
dann biege ich mit dem Straßenverlauf links ab, dann immer geradeaus Richtung
Peppenhoven.
Unterstützt durch den Rückenwind, das
Ausgangsschild von Rheinbach habe ich hinter mir gelassen, atme ich trotz der
zurückgelegten Kilometer durch. Entspannt und gemütlich gleitet mein Gefährt
dahin. Auf der Autobahnbrücke über der A61 fasse ich den Weitblick, der sich
über der Euskirchener Börde aufspannt und an Einzelhöfen hängen bleibt.
Schemenhaft verschwimmen in der Ferne die Kühltürme des Kraftwerks
Hürth-Knapsack.
Peppenhoven, zwischen unsortiert
angeordneten Häuser macht die Straße einen Bogen, in Morenhoven biege ich am
Vorfahrtsschild rechts ab und dann direkt wieder links. Bonn läßt grüßen, denn
bis dort sind es nur noch 14 Kilometer.
Bis ich über die B56 den Stadtrand
von Bonn erreiche, begegnet mir in Buschhoven ein zweites Mal der Römerkanal.
Diesmal ist eine Gaststätte, die sich „Zum Römerkanal“ nennt. In der Tat: die
römische Wasserleitung machte hinter Rheinbach einen weiten Bogen auf
Meckenheim zu und überquerte bei Lüftelberg den Bach der Swist. Dort hielt ein
Äquadukt von 1,4 Kilometern Länge das Gefälle auf einem konstanten Niveau von
0,5%. Entlang der Hänge des Kottenforstes verlief die Wasserleitung geradewegs
nach Buschhoven, wo sie ungefähr durch die heutige Ortsmitte durchquert, von hier
aus weiter in den Kottenforst hinein, von dort aus weiter in die Römerstadt
Köln. Gerade an dieser Stelle in Buschhoven, wo ich den Anstieg mit dem Rennrad
deutlich spüre, muss es eine wahre Ingenieursbaukunst gewesen sein, dass Wasser den Berg hoch nach unten fließen zu lassen.
Auf dem Radweg lasse ich mich das
letzte Stück treiben. Das Treten kann ich geruhsam sein lassen, denn die B56
plätschert den Berg hinunter. Erst noch ein Stück Alfter, dann Duisdorf und Endenich,
bis ich am Alten Zoll zurück bin.
Strecke (Länge 54 km):
Höhenprofil (416 Höhenmeter):
Link nach www.gpsies.com: